Geocaching: Auf der Jagd nach versteckten Schätzen

Es ist nicht mehr zu übersehen, dass die warme Jahreszeit uns endlich wieder hat. Höchste Zeit also, eines meiner liebsten Hobbys vorzustellen – und zwar das Geocaching. Als ich es vor fast fünf Jahren zum ersten Mal ausprobiert habe, habe ich nicht geahnt, was das zur Folge haben würde, denn mittlerweile habe ich Familie und Freunde damit angesteckt – und viele neue Leute kennengelernt.

Wie funktioniert Geocaching?

Seit ich angefangen habe, ist das Spiel auch immer mehr in den Fokus von Medien und anderen Interessensgruppen gerückt, die versuchen, die Begeisterung dafür einzufangen. Im Grunde ist das Spiel sehr einfach: Ein Spieler versteckt irgendwo im Freien auf öffentlich zugänglichem Grund einen „Schatz“, und veröffentlicht die Koordinaten des Verstecks samt einer Beschreibung im Internet auf der Plattform von geocaching.com. Sind diese Koordinaten geprüft und freigegeben worden, hat jeder Spieler, der einen Account bei der Plattform besitzt, die Möglichkeit, diese Koordinaten auf ein GPS-Gerät oder ein GPS-fähiges Handy herunterzuladen. Dann geht es an die Suche. Hat man den „Schatz“ gefunden, trägt man sich vor Ort in einem Logbuch ein und zeigt damit den Fund an. Später loggt man den Fund ein weiteres Mal online und zeigt damit den übrigen Spielern in der Community, dass man erfolgreich war.

Geocaching #1

Geocache + Logbuch

Die Faszination dabei liegt meiner Meinung nach darin, dass der Phantasie bei dem Spiel keine Grenzen gesetzt sind. Wer kreativ ist, bastelt besondere „Schätze“. Man sucht also nicht zwangsläufig nach einem Tupperware-Behälter oder einer Filmdose (Die schwarzen oder grauen Filmdosen aus der guten alten analogen Fotographie), sondern es kann auch ein ganz anderes Behältnis sein, das im umgebenden Gelände sehr gut getarnt ist. Die Herausforderung bei der Suche liegt auch darin, dass die Koordinaten nie exakt auf das Versteck hinweisen – eine gewisse Unschärfe muss man einrechnen und seinen Suchradius entsprechend erweitern. Oft gibt der Besitzer des Caches (Im Spielerjargon „Owner“ genannt) einen Hinweis auf das Versteck – aber dies ist kein Muss.

Die Cache-Beschreibung

Begibt man sich zum ersten Mal auf die Suche, liefern neben der Beschreibung des Caches Schwierigkeit („Difficulty“) und Terrain gute Hinweise dafür, wo und wie der Cache versteckt ist. Beide Werte werden mit Sternchen analog zu Kundenbewertungen im Netz vergeben: Ein Stern bedeutet bei der Difficulty, dass der Cache leicht zu finden ist. Ein Stern beim Terrain heißt, dass auch Rollstuhlfahrer den Cache heben können. In beiden Fällen ist die anspruchsvollste Bewertung fünf Sterne. Solche Caches kann man in der Regel nur mit besonderer Ausrüstung finden bzw. heben. Beim Terrain weisen fünf Sterne beispielsweise oft auf Caches hin, die man nur mit einer Kletterausrüstung erreichen kann.

Unterschiedliche Geocaches

Mittlerweile gibt es neben dem klassischen Cache (dem „Traditional“) verschiedene andere Typen, von denen jeder sein Zielpublikum gefunden hat: Da gibt es Mystery-Caches, wo die Koordinaten des Verstecks nicht bekannt sind und man erst ein Rätsel lösen muss, um diese Daten zu bekommen. Sogenannte Multi-Caches sprechen häufig die Wanderfreunde an: Hier muss man verschiedene Stationen finden und einzelne Daten zusammentragen, ehe man am Ende die Koordinaten des Caches ausrechnen kann (Wer die klassische Schnitzeljagd kennt und liebt, wird sich hier wiederfinden 😉 ).

Geocaching #2

Beschreibung eines „Traditional“: Koordinaten bzw. Entfernung zum Cache

Dazwischen findet sich auch immer wieder einmal ein sogenannter virtueller Cache: In diesem Fall wird kein physischer Cache versteckt, sondern nur eine Beschreibung mit einer Aufgabenstellung im Netz veröffentlicht. Begibt man sich an den Ort, an den die Koordinaten verweisen, kann man diese Aufgabe lösen, die in den meisten Fällen aus dem Beantworten von Fragen zu dem gestellten Thema besteht. Hat man die Antworten dem Owner des Caches geschickt, hat man die Berechtigung, den „Fund“ des Caches im Internet zu loggen.

 Zum ersten Mal auf der Suche?

Ich erinnere mich noch sehr gut, dass ich mir für meinen ersten Fund einen Cache herausgesucht habe, der eher leichte Bewertungen bei Schwierigkeit und Terrain hatte. Da ich nicht wusste, was mich erwarten würde, habe ich mir außerdem eine Location ausgesucht, die mitten im Wald lag, wo ich ungestört suchen konnte. Ich wollte einfach nicht in die Verlegenheit kommen, einem Nicht-Spieler zu erklären, was ich da tat (In Cacherkreisen werden solche Leute übrigens als „Muggels“ bezeichnet – entlehnt von Harry Potter). Am Ende kam ich dem Ziel auf ca. acht Meter nahe, dann musste ich aktiv suchen.

Noch heute schaue ich als erstes, ob mir etwas auffällt, was verändert wirkt und/oder nicht ins Bild passt. Als zweites fange ich an zu überlegen, wo ich vor Ort etwas verstecken würde, versuche also, mich in die Rolle des Versteckers zu versetzen. Eine der beiden Methoden führt mittlerweile meistens zum Ziel 🙂 .

Keinen Erfolg gehabt?

Selbst erfahrenen Spielern passiert es immer wieder, dass sie Caches nicht finden. Entweder man schaut oder denkt falsch – oder die Dose ist tatsächlich nicht da. Nichts desto trotz sollte man sich dadurch nicht ermutigen lassen. Andere Spieler helfen gern, wenn man sie freundlich um einen weiteren Hinweis bittet. Findet man einen Beweis, dass die Dose wirklich nicht mehr da ist, sollte man das im Internet als Log vermerken, damit der Owner des Caches dem Hinweis nachgehen kann.

Mein Fazit

Nach fünf Jahren spiele ich zwangsläufig nicht mehr so leidenschaftlich wie noch am Anfang. Was ich aber noch immer ganz toll finde, ist die Tatsache, dass Geocaching einen an Plätze führt, die man wohl ohne Geocache nie entdecken würde. Besonders im Urlaub habe ich das sehr zu schätzen gelernt, zeigt es einem den Urlaubsort oft noch von einer ganz anderen Seite als die, die man anfänglich kennengelernt hat. Und selbst in Gegenden, wo wir schon seit 20 Jahren hinfahren, hatte ich durch Geocaching noch den einen oder anderen Aha-Effekt 🙂 .

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