Der Engel der Lieder

Es gibt Stoffe und Geschichten, die begleiten einen ein ganzes Leben lang. Einer davon ist für mich „Das Phantom der Oper“. Ich glaube, ich muss zwölf oder dreizehn gewesen sein, wo ich das Musical seinerzeit in Wien im Theater an der Wien sehen durfte … Auf jeden Fall weiß ich noch, dass ich ganz allein ins Theater durfte und quasi den fünften Platz hinten an der Wand in einer Loge hatte 🙂 .

Es begann alles mit dem Musical …

Zu meinem Geburtstag bekam ich dann auch die Musik dazu auf Kassette geschenkt – und lernte sie in Folge fast auswendig. Auch heute noch fallen mir bestimmte Textstellen daraus ein, wenn ich die Muik höre, egal, in welcher Sprache gerade gesungen wird. Übrigens: Wusstet ihr, dass die österreichische Fassung sich von der deutschen unterscheidet? Markantester Unterschied ist die Übersetzung des Liedes „Angel of Music“, im Deutschen wurde daraus „Engel der Muse“ (was ich persönlich fürchterlich finde) und im Österreichischen „Engel der Lieder“ (Deswegen auch die Überschrift dieses Beitrags 😉 ). Wie sehr mir die Musik mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen ist, zeigt folgender Song:

Schon das erste Mal, als ich ihn gehört habe, wusste ich, die Melodie mit der Geige kenne ich 🙂 . Fairerweise muss ich aber gestehen, dass es mir nicht gleich beim ersten Mal hören eingefallen ist 😀 .

Worum geht’s beim „Phantom der Oper“?

Für diejenigen, die den Stoff nicht kennen: Es geht um eine junge Sängerin namens Christine Daae, die in der Pariser Oper in den 1880er Jahren von einem unbekannten, maskierten Mann – dem Phantom – unter seine Fittiche genommen wird. Mit seiner Hilfe wird sie zum gefeierten Star. Der Mäzen des Opernhauses, Raoul de Chagny, erkennt in ihr die Freundin aus Kindertagen wieder und die beiden werden ein Paar.

Das Phantom versucht jedoch, Christine für sich zu gewinnen und diese Liebe zu zerstören. Dabei schreckt es auch nicht vor Erpressung, Mord und Totschlag zurück … Am Ende droht sein Schlupfwinkel in den Katakomben der Oper entdeckt zu werden, deswegen gibt er Christine frei und verschwindet. Zurück bleibt nur die markante Maske, mit dem es sein Gesicht verborgen hat.

„Das Phantom der Oper“ in meinem Regal 😉

Zurück zu meiner Geschichte: Nachdem ich das Musical gesehen hatte, musste natürlich auch das Buch von Gaston Leroux her – und obwohl ich in der Zwischenzeit sehr oft mein Regal ausgeräumt habe, hat dieses Buch sein Zuhause behalten. Im Gegenteil: Es hat sogar noch Geschwister bekommen, denn es haben auch andere Autoren mit und um das Phantom Geschichten geschrieben.Susan Kay beispielsweise hat sich in ihrem Buch auch der Vorgeschichte des Phantoms angenommen. Hier hat die Autorin ihrer Phantasie freien Lauf gelassen, wie das Phantom zu dem wurde, was es ist. Frederick Forsyth im Gegenteil hat die Geschichte von Leroux weitergeschrieben, die Fortsetzung spielt ca. 10 Jahre später in New York und erzählt, wie es mit Christine Daae, ihrem geliebten Raoul und dem Phantom weitergeht.

Das Phantom der Oper Bücher

In meinem Regal finden sich außerdem noch zwei Verfilmungen des Stoffs: Da ist einmal die TV-Miniserie, die mit Charles Dance als Phantom verfilmt. Darüber hinaus habe ich auch die Filmfassung des Musicals von 2004 auf meiner Festplatte (aus dem TV aufgenommen). Dies sind aber nur Auszüge – ich habe noch lange nicht alles gesehen bzw. gelesen, was es im Zusammenhang mit dem „Phantom der Oper“ gibt (eine schöne Übersicht kennt natürlich wie immer die Wikipedia 😉 ).

Was ich zum Beispiel nicht wusste, ist, dass es auch ein zweites „Phantom“-Musical gibt. Der bereits zitierte Roman von Frederick – das Phantom von Manhattan – wurde zur Basis dieses neuen Musicals, das auf den Namen „Love never dies“ hört. Das habe ich jetzt erst herausgefunden, wo ich ein wenig zum Thema „Phantom“ gesucht habe – und ich habe einen neuen Punkt auf meiner ewigen Phantom-TODO-Liste zu erledigen 😀 .

Weshalb ich das „Phantom der Oper“ noch immer mag

Warum ich diese Geschichte so verehre, weiß ich bis heute nicht ganz so genau. Heute liebe ich den Stoff auf jeden Fall anders als noch als Jugendliche. Ich höre mir nicht mehr regelmäßig die Musik an wie früher einmal, aber jedes Mal, wenn ich sie höre oder ich mir eine Verfilmung ansehe, leide ich mit den Figuren mit.

Ich denke, es hat etwas von einer griechischen Tragödie (und lieben wir nicht alle solche Stoffe), wenn ein Mann, der sich wegen seines abgrundtief hässlichen Äußeren vor der Außenwelt verbirgt, sich nach dem sehnt, wonach wir uns alle sehnen: der ganz großen Liebe … Dazu kommt natürlich noch die klassische Dreiecksgeschichte: Eine Frau, die zwischen zwei Männern steht und sich – zumindest am Anfang – nicht zwischen ihnen entscheiden kann.

2 Gedanken zu „Der Engel der Lieder

  1. Josh Harrow

    Sehr interessant, das mit der anderen Übersetzung wusste ich gar nicht 😀 Ich hab zwar die beiden englischen Soundtracks vom Phantom selbst und Love never Dies, aber den deutschen muss ich mir wohl noch mal anhören 🙂 Diese Sache mit den Übersetzungen ist ja eh immer so eine Sache… am liebsten würde ich mal für ein, zwei Tage nach London fahren und mir beide Musicals hintereinander anschauen ^^ Aber bis dahin muss wohl die BluRay herhalten 😀

    Antwort
  2. Henriette Autor

    @Josh Die DVD von „Love never dies“ ist jetzt schon auf dem Weg zu mir 😉 . Die Fassung zum 25jährigen Jubiläum aus der Royal Albert Hall hat mir aber nicht so gefallen, die Stimmen der Sänger haben mir da zum Teil gar nicht so zugesagt …
    Zu den Übersetzungen: Such mal nach dem „Phantom“ in der Wiener Fassung bzw. nach Alexander Göbel (Grooveshark ist in der Hinsicht ein Tipp 😉 ), da wird dir dann sicher noch mehr auffallen …

    Antwort

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