Kunst wie ein Kaleidoskop

Zeitgenössische Kunst ist für mich so eine Sache: Als Laie habe ich oft das Gefühl, dass ich sie nicht verstehe. Viel zu oft stehe ich vor einem Kunstwerk, schaue es mir an und frage mich, was mir die Künstlerin oder der Künstler sagen möchte … Und sehr oft zucke ich geistig mit den Achseln und gehe einfach weiter.

In letzter Zeit denke ich allerdings, dasss sich hier etwas ändert. Vielleicht trägt mein Dasein als Fran dazu bei? Es war jedenfalls überaus spannend, das Entstehen einer neuen Ausstellung im Grazer Kunsthaus mitzuerleben. „Wer, ich? Wen, du?“ ist eine Arbeit von Katharina Grosse, einer zeitgenössischen Künstlerin, die gerade dabei ist, sich bei uns einen Namen zu machen.

Wer, ich? Wen, du? Anfang

(c) Joanneum – Kunsthaus

Vor gut zwei Wochen erhielten wir Frans bei einer privaten Führung mit der Kuratorin die Gelegenheit, einen ersten Blick auf das Kunstwerk (siehe oben) zu werfen. Zu diesem Zeitpunkt war außer weißem Schaumstoff, einigen Gerüsten und einem Modell, wie das Kunstwerk ungefähr aussehen würde, nicht viel zu erkennen. Was ich sehr beeindruckend fand, war die Tatsache, wieviel Arbeit in der Vorbereitung einer solchen Ausstellung steckt. Zwei Jahre Zeit sind dazu notwendig, vom ersten Kontakt mit der Künstlerin oder dem Künstler bis zur Ausstellungseröffnung.

Gut gefallen hat mir auch, dass wir ein wenig die Arbeit von Katharina Grosse kennenlernen konnten, wie sie arbeitet und welche Vorstellungen sie mit ihren Kunstwerken verbindet. Der Schaumstoff stellt nämlich eine überdimensionale Leinwand dar, die man im Raum ausgebreitet hat und die dann von der Künstlerin „bemalt“ wird. Das Wort setze ich hier absichtlich in Anführungszeichen, denn Grosse zieht es vor, mit Sprühfarben zu arbeiten, die – wenn ich es richtig verstanden habe – aus den USA für ihre Arbeiten geliefert werden.

Diese Woche war es nun soweit und wir durften mit einigen anderen Leuten das fertige Kunstwerk bewundern. Was soll ich sagen? Es ist einfach erstaunlich! Die Vielfalt an unterschiedlichen Farben, an Mustern sind wahrhaft umwerfend! Bereits nach den ersten Blicken war mir klar, dass ein einfaches Umrunden nicht genug sein würde. Fünf Schritte weiter – und schon wirkte alles wieder ganz anders, so als ob man ein weiteres Mal an einem Kaleidoskop gedreht hätte :).

Wer, ich? Wen, du

Ich kann nur sagen, dass ich froh bin, eine Jahreskarte für das Museum zu haben, denn es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich mir „Wer, ich? Wen, du?“ angesehen habe. Hier braucht es einfach Zeit, um alles zu entdecken – und die Schönheit liegt hier oft genug im Detail. Gott sei Dank durften wir heute auch ein paar Fotos machen, sodass ihr euch zumindest ein wenig ein Bild machen könnt 😉 .

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9 Gedanken zu „Kunst wie ein Kaleidoskop

  1. coke4all

    >>> [froh], eine Jahreskarte für das Museum zu haben <<<

    … das heißt dann hoffentlich, dass wir hier noch öfter über Deine Eindrücke von diesem sogar aus der Ferne erstaunlich wirkungsvollem Kunstwerk lesen dürfen?

    Antwort
  2. Henriette Autor

    Könnte schon sein :). Das ist ja das Gute daran, wenn man jederzeit in ein Museum gehen kann – ich kann mir einzelne Ausstellungsstücke anschauen, wann und wie lange ich will ;).

    Antwort
  3. Christoph Pelzl

    DAnke Henriette für deine Gedanken! Aufgrund eurer postiven Rückmeldungen sind wir gerade am Planen, ob man zukünftig solche Einführungsrundgänge im Rahmen des Ausstellungsaufbaus nicht irgendwie umsetzen könnte.

    Und Fotografieren ist im Allgemeinen von unserer Seite her sowieso ausdrücklich erwünscht, wenn es Leihgeber und die Kunstschaffenden erlauben.

    Liebe Grüße und bis demnächst!
    Christoph

    Antwort
  4. Anita Brunner-Irujo

    Liebe Henriette!

    Wir freuen uns, dich öfters bei uns im Haus begrüßen zu dürfen und danken dir für den tollen Artikel! Ich möchte an dieser Stelle aber richtigstellen, dass du die JOANNEUMSKARTE besitzt, nicht Jahreskarte. Unsere Joanneumskarte ermöglicht dir neben freien Eintritt in all unsere Häuser auch ermäßigten Eintritt in andere Museen, freie Entlehnung in der Steiermärkischen Landesbibliothek und vor allem die Teilnahme an unserer monatlichen exklusiven Bonusveranstaltung. Nähere Infos für Interessierte gibt es unter http://www.museum-joanneum.at/joanneumskarte.

    Herzlichen Dank!
    Anita
    Besucher/innenservice Universalmuseum Joanneum

    Antwort
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