Content ist geil, wenn ich es sage!

Heute möchte ich mal wieder an einer Blogparade beteiligen. Und zwar hat Mirko Lange auf talkabout die Frage gestellt, wie richtig geiler Content geht. Ihr seht, das wird heute ein Thema, an dem mir sowohl beruflich als auch privat etwas liegt. Wobei: Wenn ich ehrlich bin, kann ich das Wort „Content“ nicht mehr hören 😀 … An allen Ecken und Enden springen einen Begriffe wie „Content Strategie“ und „Content Marketing“ an, also Content, Content und nochmal Content. Ein Grund mehr, warum es mir heute mal um Inhalte gehen wird – es ist ja eigentlich egal, wie man’s nennt 😉 .

Werbung

Schreierische Werbung wird’s schon richten

Mirko Lange hat übrigens auf seinem Blog auch einen Artikel über „die Dummheit der Werbeindustrie“ geschrieben, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Wer es noch nicht getan hat – hiermit ergeht Lesebefehl 😉 . Ich habe mir jetzt nicht alles daraus gemerkt (Man möge mir also verzeihen, wenn ich im Nachfolgenden vielleicht ein wenig ungenau zitiere), aber im Grunde ist das Problem der schreierischen Werbung hausgemacht. Inhalte wollten und wollen bezahlt werden – auch im Netz.

Die vermeintlich einfachste Lösung: Wir kleistern die Website mit Werbung zu. Ich erinnere mich noch sehr gut, wann ich das erste Mal einen Werbeblocker installiert habe: Das war zu der Zeit, als Google mit AdSense gestartet ist, als auf einmal jeder glaubte, mit den kleinen Anzeigen seine Website finanzieren zu können. Resultat: Fast auf jeder Seite hagelte es auf einmal Werbung, wo vorher keine war. Gut für Google, aber sonst? Die Inhalte, um die es geht, traten mehr und mehr in den Hintergrund …

Content Marketing ist DIE Lösung?

Heute soll vor allem Content Marketing es richten, diese Probleme zu lösen. Dass es nicht so einfach ist, wie es klingt, ist verständlich, geht aber meiner Meinung nach im aktuellen Hype total unter. Im Grunde ist es egal, wie man es nennt, es muss ein Umdenken stattfinden: Und zwar weg von Zahlen, weg von abstrakten Werten, mit denen alles Mögliche bei Websites gemessen werden soll zurück zu den Menschen, um die es geht. Ich habe den Eindruck, dass dies etwas ist, was im Marketing mittlerweile viel zu oft untergeht.

Wobei es eigentlich doch nicht schwer sein sollte: Sind nicht auch hier Menschen mit Bedürfnissen und Ideen am Werk? Fällt es mittlerweile wirklich so schwer, mal die üblichen Denkweisen beiseite zu lassen und sich auf sich selbst als Nutzer im Netz zu konzentrieren? Will ich als Nutzer wirklich immer und überall mit aufdringlicher Werbung bombardiert werden, die mich entweder abstumpfen oder zu technischen Hilfsmitteln greifen lässt?

Der Nutzer bestimmt, was geiler Content ist

Ich sage nicht, dass die Lösung einfach ist (Im Leben ist selten etwas wirklich einfach), aber ich könnte mir vorstellen, dass es einige Probleme lösen wird, wenn man als Marketer wieder mehr zum ganz normalen Nutzer wird. Und ich denke auch, dass der Nutzer bereit ist, Werbung zu akzeptieren – aber sie muss passen.

Sie muss zum Thema passen, sie muss zur Umgebung passen – und sie muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Und man sollte die Erwartungshaltung berücksichtigen: Wenn ich eine Website öffne, weil ich nach einer Information suche (Tun Marketer so etwas nicht??), erwarte ich eine Website, die mir die Information liefert und nicht – aufdringliche Werbung.

Werbung immer und überall

Genau hier liegt meiner Meinung nach auch der Unterschied zu den klassischen Medien, den Inhalten und der Werbung: Beim Fernsehen beispielsweise weiß ich, dass mich ein Werbeblock erwartet – hier habe ich die Wahl, ob ich die Werbung sehen möchte oder nicht. Genauso in der Zeitung: Hier weiß ich, dass sie von Werbung finanziert wird und kann mir die Werbung ansehen, wenn ich will.

Das ist leider im Internet nicht der Fall: Dort wird mir die Entscheidung in der Regel abgenommen – ich erhalte Werbung, ob ich nun will oder nicht – und das, worum es mir eigentlich geht, kann ich irgendwo dazwischen suchen.

Werbung ist geil – echt?

Eigentlich ist das traurig, denn grundsätzlich ist Werbung etwas Gutes: Sie verrät uns ja, dass es von einem bestimmten Unternehmen ein neues Produkt gibt. Werbung kann spannend, unterhaltsam und lustig sein – in diesem Fall lieben wir Werbung, teilen die Werbespots, unterhalten uns zeitweise sogar nach Jahre nach ihrer Veröffentlichung darüber (Ich sage hier nur: Drei links, zwei rechts oder umgekehrt – wer kennt diesen Text noch?). Was läuft also so unendlich falsch, dass wir Werbung im Internet so häufig verabscheuen? Hier stiehlt sie uns Zeit, blinkt, springt und hüpft und lenkt von dem ab, was wir eigentlich wollen – die Inhalte.

We want Content!

Guter Inhalt entsteht, wenn ich mir Gedanken mache, was ich als Mensch im Netz sehen, hören oder lesen möchte. Wenn ich mir konkret überlege, was eine bestimmte Gruppe an Menschen dort draußen interessiert und wenn ich dieser Gruppe genau diese Informationen gebe, die sie suchen – dann, denke ich, habe ich richtig gute Inhalte geschaffen, die – wenn ich will – auch mit entsprechender Werbung versehen kann.

Kleines Beispiel gefällig? Wenn ich Infos zu einer Heftromanserie suche, dann freue ich mich, wenn ich auf einer Website alles dazu finde, was es dazu zu wissen gibt. Wenn ich auch noch Sammler bin, freue ich mich, wenn alle Exemplare dort ausführlich mit Inhaltsangabe, Fotos etc. beschrieben sind.

Wenn ich dann feststelle, dass mir in meiner Sammlung noch eine bestimmte Ausgabe fehlt und auf der Website ist ein Link zu einem Shop, wo ich genau dieses Heft kaufen kann, steht die Chance sehr gut, dass das eine Werbung ist, die bei mir ankommt: Diese Werbung bietet mir ja einen Mehrwert, gibt mir genau das, was ich in diesem Moment möchte.

Fazit: Gebt uns, was wir Nutzer wollen

Was ergibt sich daraus? Richtig geile Inhalte sind die, die zur rechten Zeit da sind, wenn man sie braucht. Die uns genau das geben, was wir suchen – da spielt es keine Rolle, wie sie aussehen. Egal, ob Video, Bild oder Podcast-Datei. Ganz gleich, ob es ein langer oder ein kurzer Text ist.

Der Nutzer dort draußen ist letztendlich derjenige, der entscheidet, ob meine Inhalte gut sind oder nicht. Deswegen tun wir alle gut daran, wenn wir uns alle klein wenig mehr in ihn hineinversetzen, wenn wir neue Inhalte im Netz veröffentlichen.

Ein Gedanke zu „Content ist geil, wenn ich es sage!

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