Wie Kunst sich kleidet

Ich gestehe, ich liebe Blogparaden. So viele unterschiedliche Themen, wo es sich immer wieder lohnt, ein wenig darüber zu reflektieren, wenn mich das Thema anspricht. Das Städel in Frankfurt hat beispielsweise eine Blogparade zum Thema „Körper, Kleidung und Kunst“ gestartet, die ich fast zu spät bemerkt hätte (Gott sei Dank ist das nicht passiert 🙂 ).

Als ich quasi zum ersten Mal in mich gehorcht habe, was mir zu dem Thema einfällt, ist mir spontan Lady Gaga eingefallen. Sie hat es ja perfekt verstanden, sich zu einer Kunstfigur (Da sind wir gleich mal bei der Kunst) zu stilisieren, und sieht sich selbst mehr als Künstlerin als als Musikerin. Die Art und Weise, wie sie ihren Körper einsetzt und sich kleidet (Erinnert ihr euch noch an das Fleisch-Kostüm, was sie einmal  getragen hat?), hat in meinen Augen deutlich mehr mit Kunst als mit Mode zu tun.

Karl Neubacher

Karl Neubacher im Kunsthaus Graz

Wobei ich mir genau dasselbe auch bei Mode immer wieder denke: Haute Couture bzw. Prêt-à-por­ter haben mehr mit Kunst als mit tragbarer Kleidung zu tun. Es ist zwar ein unglaubliches Spektakel der Eitelkeiten, was sich jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst abspielt, wenn die Fashion Weeks stattfinden, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich viele Modedesigner auf ihre Art als Künstler sehen, die mit Kleidung am menschlichen Körper etwas ausdrücken wollen.

In diesem Zusammenhang ist mir schlussendlich eingefallen, dass wir aktuell sogar eine Ausstellung hier in Graz haben, die man perfekt mit dem Thema „Körper, Kleidung und Kunst“ in Einklang bringen kann: Und zwar die Arbeiten, die aktuell im Kunsthaus von Karl Neubacher ausgestellt werden. Die Zeit, in der er gearbeitet und gewirkt hat, ist mir zwar nicht vertraut, aber vor allem seine Arbeiten für den Steirischen Herbst und die Schuhfirma Humanic leben bei uns fort. Seine Selbstdarstellung in Halbkleidung ist in meinen Augen ein perfektes Beispiel dafür, wie lange Kleidung und Kunst schon miteinander verwoben sind (siehe Bild unterhalb).

Karl Neubacher

Ich glaube sogar, in jedem von uns steckt ein wenig ein Künstler, wenn es darum geht, Kleidung auszusuchen. Das, was mittlerweile so landläufig unter dem Namen „Streetstyle“ oder „Casual Wear“ verkauft wird, erfährt zeitweise Kombinationen an unserem Körper, die sich die „Erfinder“ sicher nicht hätten träumen lassen. Verständlich, dass man nicht immer den Geschmack der Umgebung trifft, aber ich sehe so etwas auch als Ausdruck der Persönlichkeit des Trägers bzw. der Trägerin – und damit wird es ebenfalls zu Kunst 🙂 .

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