Gute Vorträge, schlechte Vorträge!

Wer im Bereich IT tätig ist, sollte sich regelmäßig weiterbilden. Was sich für viele allerdings nach Zwang anhört, macht mir meistens Spaß. Ich gehe sogar so weit, dass ich immer wieder zu Veranstaltungen und Vorträgen gehe, die nachmittags stattfinden und die damit ein wenig mit meiner Arbeitszeit kollidieren (Gott sei Dank gibt es Gleitzeit 🙂 ).

Vortrag

Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es zwangsläufig sehr schade, wenn ich das Gefühl habe, meine Zeit verschwendet zu haben. Viele Vorträge sind zu lang oder zu kurz, bieten Powerpoint-Folien, die nur abgelesen werden, und Vortragende, die nicht verständlich sprechen können etc. etc. Ich vermute, das hat jeder von uns schon mal erlebt :-/.

Bei Klaus Eck bin ich vor meinem Urlaub – noch mit frischen Erinnerungen an mein letztes Vortragsdebakel – auf folgenden Artikel gestoßen: 10 Tipps für den perfekten Vortrag. Ich zitiere Punkt acht und neun daraus:

8. Suchen Sie den Dialog mit Ihrem Publikum, durch Fragen am Ende, aber gern auch zu Beginn oder mittendrin. Starten Sie Ihren Vortrag beispielsweise mit einer kleinen Umfrage im Rahmen Ihres Themas. Halten Sie auch den Augenkontakt.

9. Sie sollten mit Freude und Begeisterung bei der Sache sein, dann überträgt sich dies auch auf Ihre Zuhörer.

Gerade diese beiden Punkte werden meiner Meinung nach viel zu oft vernachlässigt. Oder anders formuliert: Viele Vortragende vermitteln dem Publikum sehr gekonnt, dass sie kein Interesse haben, den Vortrag zu halten. Ich habe zwar das Wort „lustlos“ noch nie in Zusammenhang mit einem Vortrag gebraucht, aber jetzt geht es mir nicht mehr aus dem Kopf … Und ich frage mich, warum das so ist. Man tut sich und seinem Unternehmen doch nichts Gutes, wenn man sich hinstellt und mit jedem Wort dazubeiträgt, dass die Zuhörer immer abwesender werden (In Zusammenhang mit einem schlechten Raumklima geht das sowieso sehr einfach).

Es gibt aber auch positive Beispiele, die mir schon deswegen in Erinnerung geblieben sind, weil ich sehen konnte, dass es auch anders geht:

Über den Inhalt des Vortrags kann man streiten, aber Anitra Eggler beherrscht in meinen Augen die Klaviatur eines guten Vortrags perfekt 🙂 . Man hört ihr einfach gern zu, weil man sich direkt angesprochen fühlt, weil sie von dem, was sie sagt, überzeugt ist. Dass das Konzept aufgeht, habe ich am eigenen Leib verspürt – ich habe nach ihrem Vortrag (den ich vergangenes Jahr das erste Mal in leicht abgewandelter Form auch hier in Graz gesehen und gehört habe) eines ihrer Bücher gekauft. Ergo: Mission accomplished!

Fazit: Viele Vortragende verstehen anscheinend nicht, dass nicht nur der Inhalt des Vortrags eine bestimmte Sprache spricht, sondern auch die Art und Weise, wie dieser Inhalt präsentiert wird. Und ich habe mich schon mehr als einmal dabei ertappt, dass ich solche Vortragende am liebsten schütteln und in eine entsprechende Schule schicken würde, damit sie gutes Präsentieren lernen …

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