Ich lese (wieder) digital!

Wäre ich gläubig, würde mein Satz wohl lauten: „Die Wege des Herrn sind unergründlich“. Warum? Weil manchmal die Zeit erst reif werden muss, dass man sich wirklich zu 100 Prozent auf ein neues technisches Gerät einlassen kann :).

E-Book oder normales Buch?

Die Rede ist von meinem Verhältnis zum digitalen Lesen und zu E-Book Readern. Ich gehöre ja noch zu einer Generation, die lange Jahre gar nichts anderes als gedruckte Bücher kannte, um überhaupt zu Lesestoff zu kommen (Von Zeitungen und Illustrierten rede ich jetzt bewusst nicht 😉 ). Obwohl ich neuen technischen Spielsachen gegenüber meistens aufgeschlossen bin, konnte ich mich lange nicht so recht mit digitalen Lesegeräten anfreunden … Wo bleibt denn da das Vergnügen ein Buch umzublättern? Und überhaupt, wie soll man denn da seine Fachbücher darauf lesen?

Sony E-Book Reader

Das erste Mal, dass ich ins Wanken kam, war, als ich 2011 14 Tage Urlaub auf einem Schiff gemacht habe. 14 Tage ca. 10 Quadratmeter zu zweit – da muss man schon wirklich überlegen, was man mitnimmt :D. Und ein großer Stapel Bücher? Nö, das geht nicht, kein Platz dafür da. Auf demselben fraglichen Schiff war dann eine Dame mit einem E-Book Reader unterwegs, den ich nach einer Woche dann nicht mehr ganz so misstrauisch beäugte … Konnte irgendwie unter diesen Umständen doch Vorteile haben, dieses Gerät.

Der erste Reader

Etwa drei Monate später bekam ich einen Sony PRS-T1 Reader geschenkt. Logisch, dass ich sofort alles ausprobiert habe, E-Books besorgt und darauf kopiert habe. So richtig wollte der Funke damals aber immer noch nicht überspringen. Ich merkte, dass bestimmte E-Books darauf nicht wirklich gut zu lesen gingen, privat las ich zu diesem Zeitpunkt sehr wenig und irgendwie war mir der Bildschirm mit seinem ewigen Flackern beim Umblättern dann doch unsympathisch und „nur“ schwarzweiß.

Doch lieber Tablet!

Ein Jahr später fand dann ein iPad mini seinen Weg zu mir, und damals erschien es mir als das perfekte Gerät, um alles damit machen zu können, Internet und Social Media, ein bißchen Musik hören und gelegentlich lesen. Alles klasse, alles prima, die Welt war in Ordnung! Den Sony gab ich einer Freundin von mir, die noch heute mit dem Gerät total happy ist (Sie wollte unbedingt einen Reader für die Onleihe haben).

Die Situation änderte sich erst im Herbst wieder, als ich still und leise meine Leidenschaft fürs Lesen (wieder) neu entdeckte. Gelesen habe ich ja grundsätzlich immer gerne, aber ich hatte wirklich das Problem, dass mich viele Stoffe einfach nicht mehr interessierten, weil ich das Gefühl „Bäh, war ja alles schon mal da“ hatte. Und je mehr man liest und je älter man wird, desto mehr verstärkt sich dieses Gefühl.

Social Reading ist sehr oft digital

Seit einigen Monaten bin ich auf den Geschmack von Social Reading gekommen. Ich hatte mich ursprünglich zwar dort nur angemeldet, um ein paar Rezensionen, die ich zu einem früheren Zeitpunkt geschrieben habe, vor dem endgültigen digitalen Aus zu retten, aber mehr und mehr entdeckte ich diese Plattform für mich, bis ich merkte, dass es einfach Spaß macht, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen und mit Autoren in Leserunden über ihre Bücher zu „reden“.

Der E-Book Reader kann doch was!

Da sich im Netz aber viele SelfPublisher (also Leute, die unabhängig von Verlagen ihre Werke an Leser zu bringen versuchen – Amazon lässt grüssen!) tummeln, war ich immer öfter auf mein Tablet angewiesen, um E-Books lesen zu können. Und an diesem Punkt kamen dann die Nachteile des Tablets wieder zum Vorschein, vor allem die Akku-Leistung machte ich mich fertig 😀 … Der Wendepunkt kam, als ich kurz vor Weihnachten das erste Mal seit langem wieder einen E-Book Reader in der Hand hielt, weil ich überlegte, ihn zu verschenken. Wow, so ein leichtes Teil! So klein und passt super in die Handtasche! Und der Akku hält eine gefühlte Ewigkeit! Es hat mich seither nicht mehr losgelassen – und immer wenn was bei mir anfängt, im Hinterkopf zu nagen, steht wieder eine Veränderung bevor :D.

Mein jetziger Begleiter zum Lesen

Tja, und so kam es, wie es kommen muss: Ich besitze wieder so ein kleines Kerlchen, das mich jetzt viel auf meinen Wegen von und zur Arbeit begleitet. Es ist jetzt allerdings ein Sony PRS-T3, zwar schon ein Gerät aus dem Jahr 2013, aber der Preis war bei Morawa unschlagbar, weil mehr als die Hälfte vom Originalpreis reduziert. In Folge habe ich meinen Account bei der Onleihe wieder aktiviert, die andere Hälfte meines aktuellen Lesestoffs findet derzeit in Form von Rezensionsexemplaren seinen Weg auf den Kleinen :).

Ich lese digital UND gedruckt

Eines möchte ich noch loswerden: Auch wenn mein Text jetzt so klingt, als ob ich begeistert total in die digitale Lesewelt gewechselt bin – das stimmt nicht! Ich bin immer noch ein Fan von gedruckten Büchern. Ich mag das Umblättern von papierenen Seiten (das Rascheln!) immer noch! Und jedes schöne Buchcover ist digital nur halb so schön, weil man nicht darüberstreichen und es anfassen kann. Meine Fachbücher mag ich immer noch lieber in Papierform, weil ich die neben dem Bildschirm hinlegen kann und dann abwechselnd ins Buch und auf den Bildschirm gucken kann.

Aber ich habe die Vorteile der digitalen Lesewelt zu schätzen gelernt und möchte darauf nicht mehr verzichten. Bücher, die ich unterwegs lese, haben also eine wesentlich bessere Chance, ihren Weg digital auf meinen Reader zu finden. Genauso ist es auch bei großen und dicken Wälzern, wo ich mir denke „Die sind digital viel leichter zu schleppen“. Und ein klein wenig spielt mittlerweile auch der Preis eine Rolle, aber das ist eine andere Geschichte, über die ich vergangenes Jahr eh schon einmal geschrieben habe :).

Falls ihr selbst damit liebäugelt, euch einen E-Book Reader zuzulegen, habe ich noch etwas für euch, denn ich habe mich schon eine Weile damit beschäftigt, ob und welches Gerät ich mir kaufen möchte. Auf der Website „eBook Reader Test“ habe ich eine schöne Beschreibung gefunden, wann ein E-Book Reader eine sinnvolle Anschaffung ist und wann nicht :).

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