Filmtipp „The Imitation Game“

Ich habe schon vier Wochen das erste Mal davon gehört, dass es einen neuen Film mit Benedict „Sherlock“ Cumberbatch geben würde, in dem er die Rolle von Alan Turing, einem der größten Mathematik-Genies im 20. Jahrhundert, spielen würde. Und machte mir geistig eine Notiz, dass sich das interessant anhörte 😉 .

The Imitation Game

Vergangene Woche habe ich auf ServusTV dann eine Doku zu Turing gesehen, die in knapp einer Stunde einen Abriss über sein Leben und seine Arbeiten gegeben hat. Und ich gebe zu: Jetzt war ich richtig fasziniert. Turing schrieb 1936 einen Aufsatz darüber, wie moderne Computertechnologie zu funktionieren hat (auf Basis von Nullen und Einsen, also des Binärsystems).

In den 50ern schließlich veröffentlichte er eine weitere Arbeit darüber, wie künstliche Intelligenz aussehen könnte und wie man sie erkennen könnte – der berühmte Turing-Test war geboren (Der gleiche Test, der irgendwann vergangenes Jahr für Schlagzeilen gesorgt hat, weil ein Computer, glaube ich, in der Lage war, auf dem Niveau eines 12jährigen einen Chat zu führen und zu antworten).

Der Name des Films – „The Imitation Game“ – bezieht sich übrigens auf genau diesen Test, denn Imitation Game war der Name, den Turing dem Test gegeben hat – aber das nur am Rande 🙂 .

Zum Inhalt:

Im Film selbst begleiten wir Turing auf drei Zeitebenen. Auf der ersten ist er noch ein Junge, ca. 14  Jahre alt, der auf eine private Schule geht und sich im Mathematik-Unterricht langweilt. Sein bester Freund Christopher macht ihn schließlich mit Kryptographie vertraut …

Die zweite Zeitebene nimmt den längsten Teil des Films ein, hier begleiten wir Turing bei seiner Arbeit im Bletchley Park. Zusammen mit einigen Kollegen erhält er die Aufgabe, die bis dahin als nicht entschlüsselbar geltende Enigma-Maschine der Deutschen zu knacken. Im Laufe der Geschichte stößt Joan Clarke, eine begabte Mathematikerin, zum Team dazu, mit der der Einzelgänger Turing sich anfreundet.

Die letzte Ebene schließlich spielt in den 50ern, kurz vor Turings Tod, als sein Geheimnis ans Licht kommt und Turing nur vor der Wahl Therapie oder Gefängnis steht.

Meine Meinung:

Ich hatte das Vergnügen, den Film auf Englisch (mit Untertiteln) zu sehen. Und ich kann nur jedem raten, genau dasselbe zu tun 🙂 . Die unvergleiche Stimme von Cumberbatch wirkt meiner Meinung nach nur im Original … Er versteht es in meinen Augen ausgezeichnet, mit dem Tonfall zu spielen. Ich glaube, da hat es wirklich jeder Synchronsprecher schwer, ihm das nachzumachen 😀 … Auch Charles Dance mit seiner ruppigen und tiefen Stimme kommt hier sehr gut (Den meisten ist er aktuell wahrscheinlich durch seine Rolle als Tywin Lannister in „Game of Thrones“ bekannt) rüber.

Es ist mir hier nicht schwer gefallen, in die Geschichte einzutauchen. Schon bald zitterte ich mit, ob es dem bunt zusammengewürfelten Team gelingen würde, die Enigma zu knacken. Den Erfolg habe ich ihnen wirklich gegönnt, als die von Turing konstruierte Maschine im Film das erste Mal brauchbare Resultate für das Knacken der verschlüsselten Buchstabengruppen auswarf. In Folge beantwortet der Film auf sehr tragische Weise die Frage, die mich mir schon früher einmal gestellt hatte, warum die Deutschen nämlich nie misstrauisch wurden, dass ihr Verschlüsselungssystem nicht mehr funktionierte …

Der Soundtrack begleitet den Film auf zeitweise sehr dezente, in manchen Szenen sehr intensive Weise. Schon während des Anschauens war mir klar, dass ich mir auf jeden Fall nochmal in Ruhe anhören musste. Besonders die Klaviersequenzen haben mir es auch jetzt nachträglich noch angetan.

Mein Fazit:

Ein wirklich spannender und interessanter Film, der aber nicht von Action lebt, sondern vom Leben Turings und seiner Genialität – und nicht zuletzt von der tollen schauspielerischen Leistung von Benedict Cumberbatch 🙂 .

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