Lightbox Popups: Die neue Art zu nerven

Ich schätze, was Popups sind, weiß jeder, der sich länger im Internet herumgetrieben hat. Dank diverser Blocker (nicht zuletzt durch die Browser selbst) sind „klassische“ Popups aber wirklich selten geworden … Warum ich klassisch schreibe? Weil Popups offensichtlich in letzter Zeit wieder ein Revival erleben – allerdings mit einer anderen Technik im Hintergrund.

Lightbox Popup

Haben sich früher echte Fenster geöffnet, werden heute mittels Javascript (Stichwort: Lightbox) neue Layer über die Website geschaltet, die einem Popup in Form und Bedienbarkeit ähneln. Recht häufig findet man diese gefälschten Fenster auf diversen News- und Karriere-Portalen, die einen dazu verleiten wollen, einen Newsletter zu abonnieren, ein E-Book herunter zu laden oder sonst irgendeine Aktion auf einer Website durchzuführen.

Lightbox Popup #2

Soweit zum technischen Hintergrund. Der Screenshot von t3n beweist sehr schön, dass sich auch namhafte Portale nicht scheuen, auf solche Popups zu setzen – und damit ihre Nutzer zu nerven. Ich kann zwar natürlich nur für mich selbst sprechen, aber welcher Leser ist ernsthaft von so einer Meldung erfreut, wenn er den Newsletter bereits schon bezieht? Oder wenn er die Seite schon einige Male aufgesucht hat, das Fenster aus welchen Gründen auch immer weggeklickt hat und das Fenster beim nächsten Besuch wieder präsentiert bekommt?

Schon die klassischen Popups waren wegen ihrer aufdringlichen Art nicht besonders beliebt, warum sollten Lightbox Popups nun gefragter sein? Ich habe aus Neugier einmal „Lightbox Popup Blocker“ bei Google eingegeben – und ich scheine nicht alleine mit dem Problem zu sein, diese Lightbox Fenster richtig lästig zu finden. Die schlechte Nachricht dabei: Es gibt aktuell anscheinend keinen einfachen Weg, diese Fenster loszuwerden, ohne JavaScript komplett zu blockieren (Was die Benutzbarkeit mancher Websites damit ins Nirvana befördert).

Aktuell scheint man also nur den Betreibern der Websites mit solchen Popups ins Gewissen reden zu können, nicht auf solche Techniken zu setzen, da vor allem auf mobilen Geräten diese Popups die komplette Usability verhauen können. Auf feint.me ist auf Englisch ein schöner Artikel zu der Thematik erschienen, den Schlusssatz daraus möchte ich euch nicht vorenthalten:

Hier ist eine Herausforderung für euch Blogger (oder gedankenlose Marketing-Menschen): Denkt euch eine bessere Lösung aus, die nicht allgemeine Usability Regeln bricht und die respektvoll mit euren Lesern umgeht!

26 Gedanken zu „Lightbox Popups: Die neue Art zu nerven

  1. Robert Lender

    Danke für die Worte! Ja, mich nervt das auch. Habe gerade (sehr freundlich 🙂 einem bekannten Blogger geschrieben, der das auch einsetzt.
    Schwieriger wirds ja noch, wenn du eine Website über Smartphone anschaust und diese „falsche Fenster“ gar nicht so leicht wegkriegst.
    Kein Wunder, dass ich viele Seiten lieber nur über meinen Feedreader lese (sofern Fullfeed vorhanden).

    Antwort
    1. Henriette Autor

      Am Handy macht mich das mittlerweile wirklich rasend, denn da muss man die Seite oft auch noch aufzoomen, damit man an das X im Eck zum Schließen überhaupt rankommt 😦 …

      Antwort
      1. Ritchie Blogfried Pettauer

        Wer hat mich gerufen? *ggg*

        Ihr seid streng… aber ich sag: die Dinger funktionieren. Beste Art, neue Newsletter-Anmeldungen zu kriegen.

        Und natürlich hab ich’s am Handy deaktiviert. Und man muss die Dinger ja auch nicht bei jedem Besuch anzeigen.

        Ich geb’s zu: ich liebe meine animierten Layer Pop-Ups. ‚cuz they get the ol‘ job done 🙂

        Antwort
        1. Henriette Autor

          Kannst du differenzieren, wer durch den Newsletter deine Seite aufruft und wer nicht? Gut fände ich auch, wenn das Fenster erst kommt, wenn man beispielsweise die Seite verlassen will (So wie es einige SEO-Seiten auch machen, die ich durch meinen Feedreader besuche).
          Und ohne dir nahe treten zu wollen: Du wirst mit diesen Fenstern sicher auch einige Leute abschrecken, weil sie es zu aufdringlich finden …

        2. Michael Neumayr

          Ich hab es eben auch gehört, dass sie wirklich funktionieren. Noch bin ich davor zurückgeschreckt sie wirklich einzusetzen. Ich hab nur eine kleine Leiste oben, wo man sich zum Newsletter anmelden kann.

  2. Jürgen Koller

    Bin da auch sehr skeptisch, vor allem wenn die Fenster dann nicht nur auf der Startseite sondern auch auf den Unterseiten erscheinen. Offenbar erfüllen sie jedoch ihren Zweck und manche melden sich dann doch an. Bin da aber doch bei dir…muss nicht sein.

    Antwort
    1. Henriette Autor

      Offensichtlich erfüllt es den. Das Problem dabei ist nur, dass die Technik nicht in der Lage ist, zu unterscheiden, ob die Nutzer den Newsletter beispielsweise schon abonniert haben. Bei der t3n sehe ich das immer schön, denn ich komme eigentlich immer vom Newsletter aus meinem Mail-Programm auf die Webseite (da sind auch im Hintergrund die entsprechenden Parameter im Link drin für die Auswertung auf Analytics), erhalte dann aber trotzdem die Meldung, dass ich den Newsletter abonnieren soll …

      Antwort
      1. Robert Lender

        Und dieses (x) muss man oft auch noch mit der Fingerspitze treffen können. Manche Seiten/Lightboxes sind nicht responsive, sodass das Ding seine Größe nicht ändern lässt. Dann liegt der Link, den man nicht antippen möchte gefährlich nahe dem Schliessknopf. Man könnte meinen da hätte jemand manchmal bösartig „mit gedacht“…

        Antwort
  3. softwarebaer

    Toller Artikel! Ich finde diese Lightbox-Popups auf den meisten Seiten ehrlich gesagt auch ziemlich nervig. Wäre ja spannend, wie gut die Popups für die Seiten funktionieren, also um wieviel mehr gewünschte Aktionen tatsächlich zustandekommen. Kennt da jemand Zahlen dazu?

    Antwort
    1. Henriette Autor

      Der Frage schließe ich mich an, denn das wüsste ich selbst gern … Ich kenn bisher erst ein Blog, das anfänglich eine wirklich große nervende Lightbox hatte und mittlerweile wieder auf ein kleineres Fenster am Rand umgestiegen ist.

      Antwort
  4. Alexandra

    Die „Popup“-Nachfolger nerven – so wie schon einige bemerkt haben – via Smartphone kann man dann nicht mal mehr weiterlesen, weil das Wegklicken unmöglich ist. Bei manchen Bloggern/Seiten habe ich bereits den Newsletter abonniert und trotzdem springt weiterhin die Lightbox auf (das nervt mich ja fast noch mehr …) Spannende Blogbeiträge hast du – lese jetzt weiter 🙂

    Antwort
  5. coke4all

    Klar, auf mobilen Geräten muss das Schließen des Pop-ups natürlich funktionierten — das ist sowohl im Interesse des Werbenden als auch des Werbeausliefernden, soweit beide als seriös einzustufen sind.

    Aber, soweit die Technik einwandfrei funktioniert: das Problem mit der Werbung ist, dass sie stören will. Muss. Wie „respektvoll“ kann ein Störenfried sein?

    Antwort
  6. Pingback: datenschmutz Blog

  7. Michi E

    Hi, ja stimmt das ist extrem nervig. Noch dazu gehts am Tablet oft gar nicht mehr weiter… Was mich ebenfalls stört: Wenn Seiten die via RSS oder auch über Shortlinks zu eine vorgeschaltenen Werbeseite kommen, bevors zum Artikel geht..

    Antwort
  8. Pingback: Gestern war Blogger-Kommentiertag | Nur ein Blog

  9. Dominik

    Popups haben heutzutage doch nur mehr Pornoseiten, oder? 😉 Also: Ich verzichte darauf – wer sich den Newsletter bestellen wird, findet auch so das Formular, wer Facebook-Fan oder Twitter-Follower werden will, findet die Like- und Follow-Buttons. Aber ja, wenns für Ritchie funktioniert, warum auch nicht. 😉

    Antwort
  10. Evy

    Ich mag die Teile auch nich. Schade ist: Manche Blogger haben das Ding so eingeschaltet, dass es bei jd. Aufruf der Seite erscheint. Das ist sicher nur ein kleines Häckchen, aber es denkt keiner dran 😦

    Antwort
  11. Bodo

    Wir sind gerade dabei, für einen Onlineshop eines Kunden Kategorietexte zu erstellen. Da kommt nicht nur einmal am Tag eine Lightbox, sondern alle etwa 5 bis 10 Minuten. Das ist besonders deshalb nervig, weil wir teilweise 8 bis 10 Stunden uns auf der Seite bewegen müssen. Eine Möglichkeit, das abzuschalten, gibt es offenbar auch heute noch nicht. 😦 Schade.

    Antwort
  12. Pingback: Blogs nerven, wenn sie das hier tun. 10 völlig irre Dinge, die Blogger und Seitenbetreiber machen, um weniger Traffic zu erhalten

  13. Pingback: Blogger Alphabet: P wie Promotion | [Der:Die:Das] Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s