Das war das erste Grazer Krimi-Festival

Jetzt ist es auch schon wieder Geschichte, das Fine Crime 2015 (Ihr erinnert euch an meine Ankündigung?). Und auch wenn ich am 25. Februar nur am Abend Zeit hatte, die verschiedenen Autoren kennenzulernen, konnte ich trotzdem einiges für mich mitnehmen.

Die Lesungen im Hörsaal 01.15 auf der Karl-Franzens-Universität starteten sogar relativ pünktlich, Organisator Robert Preis sprach die Begrüßungsworte, dann startete der Abend auch schon mit Mirella Kuchling.

Krimifestival 01

Jeder Autor hatte ca. 10 Minuten zur Verfügung, um sein aktuelles Werk vorzustellen und / oder daraus vorzulesen, danach gab Preis mit dem Knall einer Westernpistole (natürlich keiner echten 😀 ) zu verstehen, dass die Zeit abgelaufen war. Auf diese Weise schaffte es der Organisator sogar, trotz der Pausen relativ gut im Zeitplan zu bleiben, am Ende kamen wir nur auf eine gute halbe Stunde Verspätung.

Die Qualität der lesenden Autoren war sehr, sehr unterschiedlich, von leiernd, langsam, einschläfernd bis mitreißend, unterhaltsam und lustig war alles dabei. Den Vogel schoß aber definitiv Klaudia Blasl ab, als sie mit dem themengebenden Objekt ihres aktuellen Romans „Miederhosenmord“, einer Miederhose, auf die Bühne kam und erklärte, was es denn mit diesem Kleidungsstück auf sich hatte (Heute nennt man das neudeutsch ja Shapewear, Form und Farbe haben sich etwas verändert, aber der Zweck ist noch immer derselbe 😉 ).

Krimifestival 02

Gut gefallen haben mir vom Lesetempo und -stil auch Andreas Gruber, Beate Maxian (bewies eindringlich, dass sie ihren Titel „Plaudertasche“ verdient, aber auf charmante Art) und Ilona Mayer-Zach. Schwach fand ich in dieser Hinsicht Mirella Kuchling, Herbert Lipsky und Andrea Nagele. Alle anderen bewegten sich im guten Mittelfeld, wobei an Michael Nehsl irgendwo ein Schauspieler verloren gegangen ist (Das war für meinen Geschmack wieder ein bisschen zu viel des Guten).

Den Schluss bestritten dann drei Autoren gemeinsam, Christian Bachhiesl stellte kurz die aktuelle Publikation des Hans Gross Kriminalmuseums vor, dann griff er zu einem alten Buch von Hans Gross persönlich und las einen Ausschnitt aus „Criminalpsychologie“ von 1898 (Ich hoffe, ich habe mir das Jahr richtig gemerkt), wo es um die Unterschiede zwischen Frau und Mann bei der kriminalpsychologischen Beurteilung ging. Das Publikum hatte mit den verschrobenen Ansichten über die weibliche Psyche auf jeden Fall seinen Spaß und Ilona Mayer-Zach kommentierte diesen Ausschnitt mit folgenden Satz: „In meinen Romanen sterben nur Männer“ 😀 .

Krimifestival 03

In den Pausen konnte man sich draußen am Flur auf der Uni verköstigen und an einem Bücherstand die Werke der Autoren kaufen – und so sie noch anwesend waren – signieren lassen. Meinereiner konnte es natürlich nicht lassen und hat gleichmal wieder zugeschlagen 🙂 .

Krimifestival 04

Die Leute auf den Flur zu verfrachten, war meiner Meinung nach auch einer der großen Minuspunkte der Veranstaltung: Es war einfach viel zu eng. Man musste sich eigentlich permanent an irgendjemandem vorbeischieben, um entweder zum Essen oder zu den Büchern zu kommen. Auch im Hörsaal herrschte (auch während der Veranstaltung) ein mehr oder weniger großes Kommen und Gehen, was in dem kleinen Raum nicht besonders gut war. Einige Leute, die später kamen, mussten sogar stehen, weil es keine Sitzgelegenheiten mehr gab.

Fazit: Mir hat der Abend sehr, sehr gut gefallen. Das einzige, was ich mir für eine Neuauflage 2016 wünsche, ist, dass dafür ein größerer Raum gesucht wird – und mit einem Vorraum, sodass man in Ruhe stehen und diskutieren, etwas essen oder Bücher schauen kann!

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