Das Ende von SiM

Vergangene Woche ist es geschehen. Das, was ich schon eine Weile kommen sehen habe, ist eingetreten: Annik Rubens hat bekanntgegeben, dass mit „Schlaflos in München“ (kurz: SiM) mit Folge 673 nun endgültig Schluss ist. Schon in den letzten Monaten kamen nur noch unregelmäßig neue Folgen daher, seit 19. März ist einer der ältesten privaten deutschen Podcasts Geschichte …

Schlaflos in München

Ich gebe zu, ich war nicht von Anfang an dabei, bin aber zu einem Zeitpunkt eingestiegen, wo es auf der Website noch eine kleine, aber rege Community gab, die sich durch das Forum bei SiM regelmäßig zu allen möglichen Themen (nicht nur zur neuesten SiM-Folge) ausgestauscht hat.

Beim ersten Hörertreffen im Mai 2008 habe ich erstmals einige „Simmies“ persönlich kennengelernt und in ein paar von ihnen tolle Freunde gefunden, mit denen ich trotz der Entfernung dank des Internets Kontakt halte. Ich glaube, man kann sogar sagen, dass ich einige andere Dinge nicht gemacht bzw. ausprobiert hätte, wenn es SiM nicht gegeben hätte (Ich sage nur: Zwitschercast 😉 ).

Die letzten Sätze aus dieser Abschiedsfolge haben mich allerdings auch nachdenklich werden lassen. Annik stellt hier die Frage, ob privates Podcasting tot ist und führt dabei auch einige bekannte Podcasts an, die mehr oder weniger versandet sind und von denen man mittlerweile kaum noch etwas hört. Sehe ich mir die aktuellen iTunes-Charts an, habe ich auch das Gefühl, dass die Podcast-Listen nur noch von widergekäuten Aufzeichnungen aus Radiosendern stammen:

iTunes Podcasts

Warum das sich so entwickelt hat – ich kann es nicht sagen. Sind private Podcasts nicht mehr zeitgemäß? Oder rentiert sich die Arbeit nur noch für „professionelle“ Hersteller, wo der Podcast quasi das Abfallprodukt ist? Nichts gegen die Arbeit und die Qualität der Radiosender, aber sie können in meinen Augen nicht mit dem Charme und der Liebe konkurrieren, den private Podcaster an den Tag legen …

Die kleinen Episoden des Alltags, mit denen man jemand kennenlernt, auch wenn man ihn nie gesehen hat – das war das, was wir Hörer bei Annik lieben gelernt haben … Dafür haben wir auch Dinge in Kauf genommen, die wohl bei einem Profi-Podcast undenkbar sind: Geräusche im Hintergrund, nicht immer einwandfrei funktionierende Technik, Skype, das mal wollte und mal wieder nicht – aber das alles hat private Podcasts menschlich und liebenswert gemacht.

Jetzt, wo Annik nach zehn Jahren on Air das Aus verkündet hat, habe ich das Gefühl, das schlicht und einfach eine Ära zu Ende gegangen ist … Und eigentlich bleibt mir nur, danke zu sagen, danke an alle, die ich mit und durch SiM kennenlernen durfte, allen voran natürlich Larissa, aber auch Björn, Tom, Wolf, Josh und all die anderen da draußen, die für mich irgendwie zu SiM dazugehören und mit denen ich immer wieder Kontakt habe und hatte.

7 Gedanken zu „Das Ende von SiM

  1. leo1969 (@leo1969)

    SiM war toll und eine Episode ( eine sehr schöne ) in meinem Leben. Aber Dinge und Ansichten verschieben sich. Erst recht im Zeitalter des Netzes. Viele „Simmies“ haben mein Leben bereichert und mich gelehrt, dass es Menschen draussen gibt, die ähnlich denken 😉 Ich wünsche Annik eine gute und eine erfolgreiche Weiterentwicklung in ihrer beruflichen und privaten Ebene. Sie ist eine WUCHT!

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  2. Michael

    Manchmal sitze ich da und denke an alte Zeiten, ich meine die ganz alten Zeiten, bevor es Internet gab, ich höre z.B. Musik aus meiner Jugend und träume manchmal sogar wieder von der Zeit. Ob ich sie zurückdrehen will? Nein ich denke nicht. Dann kam das Internet und jeder konnte sich selbst präsentieren. Und Annik hat sich gut präsentiert, hat uns Tipps für alles mögliche gegeben und uns in ihrer kleinen „Show“ gezeigt wie man sich (un-)organisiert ;-). Sie hat uns mit Twitter und Facebook bekannt gemacht und uns Einblicke in ihr Leben gegeben. Heute sitze ich wieder da und denke an alte Zeiten (also die jüngeren alten Zeiten), aber das Leben ist abermals weitergegangen, auch das von Annik. Irgendwann wird es neue „Show“ geben und dieses Mal ist Larissa (wieder) die erste, die uns davon erzählt :-). Bleibt alle weiter schlaflos …. gute Nacht SIM.

    LG Michael

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  3. Robert Lender

    Oh, Schlaflos in München war einer meiner ersten Podcasts, die ich gehört habe und die mir Geschmack auf mehr machten. Die letzten Jahre habe ich aber SiM aus „dem Ohr verloren“. Trotzdem habe ich ein wehmütiges Gefühl, wenn ich das lese.

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  4. Zeitreisender

    Sehr schön geschrieben! Auch ich habe SiM eine Zeit lang gehört, aber dann irgendwann aufgehört. Sehr schade, dass sie aufhört. Durch SiM wurde mir erst klar, was ein guter Podcast ist.

    Antwort

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