Das BarCamp Graz 2015 – meine Eindrücke

Drei Tage BarCamp Graz – und trotzdem sind sie schon wieder vorbei … Eigentlich wollte ich ja vorab noch eine Ankündigung schreiben, habe es aber nicht mehr geschafft. Stattdessen bekommt ihr aber einen kleinen Bericht, wie ich die drei Tage erlebt habe :).

BarCamp Graz 2015 #1

Freitag, 17. April

Langsam wird es zu einem Running Gag, dass ich immer zu spät dran bin … Immerhin finde ich einen Grund durch eine Meldung der HGL: „Erhöhtes Verkehrsaufkommen“ verkündet mir eine Tafel, als ich endlich am Bahnhof ankomme – wenigstens ist es von dort an die FH Joanneum nicht mehr weit. Letztendlich habe ich „nur“ die Vorstellungsrunde und die Sessionplanung für den Freitag verpasst, naja, wenigstens ein Fortschritt zum Vorjahr.

Ich treffe auf Robert Lender, der mir mein Exemplar von „Das neue Arbeiten im Netz“ persönlich überreicht – danke Meral, danke Robert für diese schöne Begrüßung! Dann geht es zu meiner ersten Session ins Appdevcamp, dessen Thema „Plattformübergreifende App-Entwicklung & Native vs Responsive vs Cross Platform“ offensichtlich für so viele Leute interessant ist, dass der Raum aus allen Nähten platzt und ich nur noch einen Stehplatz direkt neben der Tür bekomme.

Barcamp Graz 2015 #2

Etwa 20 Minuten vor der ersten Pause beschließe ich, von meinem Recht zu gehen Gebrauch zu machen und stattdessen auf einem Sofa im Aufenthaltsraum die Füße hochzulegen (Seeeeehr gemütlich da, kann ich nur weiter empfehlen!). Damit starte ich auch als eine der ersten in die Pause und schnappe mir einige der Brötchen, die von der neuen Cateringfirma bereitgestellt worden sind (Dieses Jahr ist erstmalig nicht das Ginko für das Catering zuständig, hört, hört).

Danach bin ich ziemlich unschlüssig, was mich interessiert, und gehe schlussendlich ins Politcamp, wo Stefan Wiesenhofer eine Session zum Thema „Bürger machen Politik: #GRW15 Wahlwerbung / Wahlkampf am Bsp. UBL Pöllau“ hält. Erstaunlich, dass in dieser kleinen Gemeinde diese unabhängige Liste aus dem Nichts so gut abschneiden konnte! Trotzdem breche ich auch hier vorzeitig ab, um mir in Ruhe im Aufenthaltsraum etwas zu trinken zu holen.

Barcamp Graz 2015 #3

Die letzte Session ist die Session von Issi zum Thema „Fandoms, Unite! Fandoms in Graz – online vs. offline – warum Fandom?“, die ganz überrascht ist, dass sich doch so viele Leute zu ihrem Thema eingefunden haben. Never underestimate fans, sage ich da nur 😉 . Sie stellt unter anderem die Frage, ob man ein bestimmter Typ Mensch sein muss, um ein Fan zu sein? Tja, ich glaube schon 😀 …

Nach einem kurzen Plausch im Aufenthaltsraum machen wir gegen 20:00 Uhr Schluss. Gott sei Dank macht der Regen nun Pause, der am Nachmittag eingesetzt hat, und wir erreichen wider Erwarten sogar trockenen Fußes die Straßenbahnhaltestelle …

Samstag, 18. April

Ha! Heute schaffe ich es immerhin rechtzeitig zu den Resten vom Frühstück (Kein Schokobrunnen dieses Jahr, leider), dann startet auch schon die Vorstellungsrunde. Heute geht das wirklich fix, alle sagen brav ihren Vornamen und ihre drei Tags – und dann geht es auch schon an die Sessionplanung.

Barcamp Graz 2015 #4

Robert und ich haben schon im Vorfeld beschlossen, zusammen eine Session zum Thema „Bloggen“ zu halten, daher überlasse ich ihm das Vergnügen, die Uhrzeit dafür auszusuchen. Nach kurzem Gedränge ist der Plan fertig und ich stelle wieder einmal fest, dass der Samstag zu Recht seinen Ruf als stärkster Tag hat – so viele Sessions und Camps gleichzeitig gab es noch nie, kommt mir vor.

Da die Content Strategy Studierenden ebenfalls wieder Unterricht haben, gibt es deren Stoff auch in Form einer Neuauflage des Coscamps. Ich gehe zu Eric Eggerts „Accessibility Rocks“, allerdings zeigt er für meinen Geschmack fast zu viele Basics, weswegen ich den zweiten Teil auslasse und gegen Mittag zu Matthias Rellas Session zum Thema „BRIGHT Datenmanagement Framework“ gehe.

Barcamp Graz 2015 #5

Er stellt ein Framework vor, das allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nur als Konzept existiert und Daten speichern ohne Cloud erlauben soll. Fairerweise muss ich jetzt gestehen, dass ich nicht wirklich alles verstanden habe, jedoch fand ich die Idee sehr gut und ich hoffe, Matthias findet genügend Leute, die mit ihm „Bright“ realisieren wollen.

Wieder einmal verlasse ich die Session vorm Ende (Merkt man hier ein Muster? 😀 ), denke mir später aber, dass es eine kluge Entscheidung war – denn auf diese Weise vermeide ich die Schlange beim Mittagessen, die sich nach 13:00 Uhr anfängt zu bilden.

Barcamp Graz 2015 #6

Die restliche Mittagspause verbringen wir mit einem kurzen Spaziergang im Freien, einer kurzen Munzee-Suche und dann geht es auch schon mit dem Nachmittagsprogramm weiter.

Martin Strohmayer knüpft im Wissenscamp an seine Session aus dem Vorjahr an (Bericht hier) und erzählt, wie es ihm mit seinem E-Book zum Rasperry Pi ein Jahr später ergeht. Das mühsamste sind seiner Meinung nach die Updates. Amazon stellt für ihn auch die ergiebigste Quelle seiner Einnahmen dar, Google Books macht nur sechs Prozent seines Umsatzes aus.

Interessant eigentlich, bisher dachte ich immer, die Konzentration auf nur einen Distributor ist wenig erfolgversprechend, aber offensichtlich ist Amazon bei seinen Tantiemen immer noch relativ großzügig (im Vergleich zum „normalen“ E-Book Handel gesehen).

Barcamp Graz 2015 #7

Am Nachmittag halten Robert und ich – ebenfalls im Wissenscamp – unsere Session übers Bloggen. Dieses Mal ist das Thema eigentlich auf das Vernetzen der Bloggerszene ausgerichtet: Ich erzähle einige Dinge, wie sich die steirischen Ironblogger entwickelt haben, während Robert Blogheim.at vorstellt. Die Fragen, die anschließend kommen, sind eigentlich aber eher aufs Bloggen an sich ausgerichtet. An der Frage, ob die Bloggercommunity etwas bewirken bzw. verändern kann, erhitzen sich schlussendlich die Gemüter – die Zeit ist allerdings um, ehe die Diskussion zu laut wird 😀 .

Mein Tipp übrigens für alle, die nicht wissen, ob sie bloggen sollen: Einfach ausprobieren! Selbst wenn es nicht klappt, ist es immerhin eine Erfahrung und man hat etwas über die Blog Engine gelernt, mit der man arbeitet :).

Nach der Pause gehe ich zur Youtube-Session und stelle fest, dass ich die Entwicklung bei Youtube (Es gibt Netzwerke bei Youtube, die wie Plattenfirmen agieren?) komplett verschlafen habe. Eine angeregte Diskussion setzt ein, die ich knapp vor Schluss abbreche, um mir einen weiteren Kaffee zu holen. Doping ist bereits notwendig bei den vielen Eindrücken, die der Tag geboten hat und noch bietet!

Barcamp Graz 2015 #8

Die Session im Appdevcamp zum Thema „Time estimation in projects“ ist nicht so ganz meins (Mathematische Kurven und Verteilungen hatte ich mir in diesem Zusammenhang nicht vorgestellt) und ich mache es mir (wieder einmal) im Aufenthaltsraum gemütlich. Eine weitere angeregte Diskussion ergibt sich zum Thema Schreiben (Vielleicht gibt’s morgen eine Session von Roman?).

Gegen 20:30 Uhr hört offensichtlich die Wirkung von Kaffee und Red Bull auf und ich bin froh, den Heimweg antreten und ein bisschen ausruhen zu können.

Sonntag, 19. April

Sonntag und man findet Parkplätze! Daher fahren wir heute ausnahmsweise mit dem Auto nach Eggenberg und – noch ein kleines Wunder – wir finden einen Platz fast vor der Tür! Heute beginnt die Sessionplanung erst um 10:30, da bleibt Gott sei Dank viel Zeit fürs Frühstück und für erste Gespräche. Anfangs ist das Interesse eher zögerlich, Sessions vorzuschlagen, aber auf einmal stürmen alle vor, obwohl heute viel weniger Leute als am Samstag anwesend sind.

Barcamp Graz 2015 #9

Nachdem Issi unter dem klingenden Namen „Fandoms unite – the Sequel“ eine zweite Session zum Thema angekündigt hat, finden meine Füße den Weg fast von selbst ins Outdoorcamp 🙂 . Bei wunderschönem Sonnenschein vor der FH erlebe ich live und in Farbe die Gründung des Nerdcamps mit, den Ritterschlag zu Ohnegliedern lasse ich dann gezwungenermaßen aber aus (Gewisse körperliche Bedürfnisse zwingen ins Haus zurück).

Barcamp Graz 2015 #10

Ich komme wieder einmal gerade recht zu den Vorbereitungen fürs Mittagessen (allerdings gibt es heute keine so große Schlange mehr wie gestern). Die Session zu „Lasercut Skultpturen: LED Art“ lasse ich nach kürzer Überlegung sausen (bin eh schon wieder zu spät dran), unterhalte mich stattdessen lieber noch ein bisschen und bediene mich dann in Ruhe beim Buffet.

Barcamp Graz 2015 #11

Die Pause ist mir nichts, dir nichts vorbei und damit ist es auch schon Zeit  für Romans Session zum Thema „kreatives Schreiben“. Was er wohl für uns ausgesucht hat? Auf jeden Fall eine spannende Sache, das assoziative Schreiben (Siehe extra Blogbeitrag von mir!) – leider ist auch diese Session viel zu schnell Geschichte.

Das Feedback startet dieses Jahr mit einer schönen Rede von Jürgen. Wer will, kann danach extra etwas dazu sagen, dann gibt es einen Applaus vom Publikum an das Orga-Team. Die Orga bedankt sicher ihrerseits mit einem Applaus und letztendlich beklatschen wir uns alle selbst 🙂 , ehe mit vereinten Kräften der Aufenthaltsraum in seinen ursprünglichen Zustand versetzt wird und damit das Barcamp endgültig zu Ende ist …

Fazit

Es war wie immer ein sehr gut organisiertes BarCamp, dem es eigentlich kaum an etwas fehlte (Manch einer hat vielleicht den Schokobrunnen vermisst?). Ein gut gelauntes Team, begeisterte und kreative Teilnehmer – es war und ist eine ganz eigene Atmosphäre am BarCamp, die ich mittlerweile wirklich zu schätzen gelernt habe und die meiner Meinung nach das Herz der Veranstaltung darstellt. Oder wie es folgender Tweet so schön auf den Punkt bringt:

In diesem Sinne: Auf ein erfolgreiches Grazer BarCamp 2016!

7 Gedanken zu „Das BarCamp Graz 2015 – meine Eindrücke

  1. Robert Lender

    Ich hatte nicht den Eindruck, dass unsere Session dabei war zu eskalieren. Aber da hat jedeR eine andere Stufenleiter der Eskalation 😉 Die Frage, ob es eine Blogosphäre und einer BloggerInnen-Community gibt, geben soll und wenn ja, wofür das gut ist kratzt halt teilweise an der Grundfrage wie wir uns eine Welt wünschen.
    Interessant für mich war, dass es viele grundsätzliche Fragen rund um das bloggen gab. Viele haben Interesse scheuen sich aber oder sehen Hemmschwellen, die sie sich nicht überwinden trauen – oder nicht wissen wie.
    Da bedarf es noch viel Motivation, Unterstützung, Information und Austausch. Daher wird es wohl auch beim Barcamp Graz 2016 eine BloggerInnen-Session geben … oder vielleicht ein eigenes BlogCamp? 🙂

    Antwort
  2. Henriette Autor

    @Robert

    Naja, eskaliert ist die Diskussion auch nicht, so würde ich das nicht sehen, aber emotionaler ist sie schon geworden 😉 … Aber man soll ja den Glauben bekanntlich nie aufgeben, vielleicht wird es ja eines Tages mal was mit der Community.

    Übrigens: Der Gedanke, ob es nicht mal ein eigenes Bloggercamp geben sollte, lässt mich auch nicht mehr los … Offensichtlich ist ja Bedarf und Interesse vorhanden :).

    Antwort
    1. Robert Lender

      Ja, emotionaler wurde sie schon. Aus Versehen habe ich dann das Ganze ein wenig zu abrupt beendet 😉
      Ich bin ja auch ein positiv gestimmter. Die EINE Community sehe ich zwar nicht. Aber dass sich zumindest kleinere oder größere BloggerInnen-Communites (eben mehrere) bilden – interessensbezogen, temporär oder vereinsmäßig, etc. – das kann ich mir vorstellen.

      Ein BlogCamp oder BloggerInnenCamp würde mir schon gefallen. Da wäre ich gerne dabei 🙂

      Antwort
  3. Alexandra

    Liebe Henriette ! Über den BloKoDe habe ich deine Seite (wieder)entdeckt. Ein Barcamp möchte ich schon lange mal besuchen, leider ging es sich zeitlich bis jetzt kaum aus. Ein eigenes BloggerCamp wäre nicht schlecht, finde aber die Vernetzung untereinander noch sehr in den Kinderschuhen steckend. Blogheim ist da schon eine große Hilfe zu sehen, welche anderen Blogs es überhaupt gibt und um über den Tellerrand zu blicken.

    Liebe Grüße
    Alexandra

    Antwort
    1. Henriette Autor

      Hallo Alexandra!

      Erste Anläufe für ein Bloggercamp gibt es ja Ende Mai mit Salt and the City … Das Treffen hat allerdings nur Barcamp-Charakter, ist kein richtiges Barcamp, wenn ich es richtig gesehen habe.
      Und ja, ich habe auch den Eindruck, dass das Vernetzen noch in den Kinderschuhen steckt, anders ist es nicht zu erklären, dass auf Blogheim.at über 800 Blogs eingetragen sind, aber nur ein Teil davon sich auch auf der Website registriert hat.

      Liebe Grüße
      Henriette

      Antwort
  4. Pingback: Das BarCamp Graz 2016 – meine Eindrücke | [Der:Die:Das] Blog

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