Acht Tage

Acht Tage ist es nun her, dass die Amokfahrt durch Graz passiert ist. Acht Tage, wo jeder von uns, der in dieser Stadt zuhause ist, Zeit hatte, sich Gedanken zu machen zu dem, was am 20. Juni passiert ist. Ich gebe zu, ich wusste nicht, ob ich überhaupt hier darüber schreiben wollte, aber ich habe die Woche als Wechselbad der Gefühle erlebt.

Begegnen wir der Angst
© Dietmar Hafner

Vor allem der Montag war von einer großen Unsicherheit geprägt. Fühle ich mich in meiner Heimatstadt noch wohl? Und vor allem: sicher? Dieses Gefühl nicht zu wissen, ob und wann wieder so etwas passiert, wenn man gerade nichtsahnend in der Stadt auf dem Gehsteig einer der vielen Hauptverkehrsstraßen unterwegs ist – dieses Gefühl ist alles andere als angenehm.

Das erste Mal durch die Herrengasse gehen, die ganzen Kerzen passieren, die unzähligen Menschen sehen, die davor stehen und die Botschaften lesen, eine Frau dabei beobachten, wie sie sich davor bekreuzigt – unbeschreiblich. Antworten auf die Frage nach dem Warum wird es nicht geben, aber es ist schön zu sehen, dass viele Menschen am Schicksal der Toten und der Verletzten Anteil nehmen. Das gibt Hoffnung, Hoffnung für jeden einzelnen, aber auch Hoffnung für die Stadt.

Am Freitag fragte mich Ironblogger Kollege Dietmar, ob ich am Samstag Lust hätte, bei einer Aktion mitzumachen, die in diesem Zusammenhang ein positives Zeichen setzen wollte. Und ich entschied mich spontan, zu Mittag dabei zu sein und mein kleines Scherflein zu diesem Flashmob beizutragen, frei nach dem Motto „Graz trägt Hoffnung“ – und nicht „Graz trägt Trauer“.

Das Ergebnis könnt ihr auf dem Foto oben sehen – und der Spruch bedeutet „Begegnen wir der Angst nicht mit Dunkelheit, sondern mit Licht“. So wahr in einer Zeit, wo wir oft das Gefühl haben, mit negativen Schlagzeilen fast ertränkt zu werden – besonders dann wenn sie vor unserer eigenen Haustür entstehen.

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