Bloggen – ja, warum? Ein Nachsatz

Eigentlich schreibe ich selten ein zweites Mal hintereinander zum selben Thema. Hauptsächlich deswegen, weil ich meistens das Gefühl habe, dass ich beim ersten Mal schon alles zum Thema gesagt habe. Vergangene Woche ist mir aber noch ein weiterer Artikel zum Thema Blogosphäre, Rant und Konkurrenzdruck untergekommen, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Bloggen
© Pixabay

Carolina hat auf „Ach du gute Güte“ einen sehr langen Text ähnlich dem Thema veröffentlicht, worüber ich schon letzte Woche ein wenig philosophiert habe. Ich zitiere einmal:

Professionalisierung ist die Tugend und die Qual der Blogosphäre. Blogs werden optisch, inhaltlich, strategisch, textlich immer professioneller, sind oft schon generalstabsmäßig durchgetaktet mit Redaktionsplänen und Posts, die auf dem Reißbrett entstehen. Sie liefern verlässlich hochwertige Inhalte mit astreinen Fotos und guten, wenn auch sehr vorhersehbaren Inhalten. Sie spulen zunehmend ein mehr oder weniger authentisches und wiedererkennbares Wohlfühlprogramm ab, das die perfekte Kulisse für werbliche Kooperationen bietet – denn das scheint es auch zu sein, auf das viele Blogger mittlerweile exklusiv aus zu sein scheinen. Ein gut laufender Lifestyle-Blog wird geführt, wie ein Unternehmen.

Ein Blog wie ein Unternehmen: Mit allem, was dazu gehört – inklusive den negativen Seiten. Im anglikanischen Raum ist sogar schon der Begriff „Blogger Burnout“ verbreitet. Und auch bei uns vervollständigt Google den Begriff schon, wenn man den in den Suchschlitz eingibt. Wobei man fairerweise sagen muss, dass bei den Ergebnissen mehr englische als deutsche Seiten angezeigt werden. Eines davon habe ich mir aus Neugier mal etwas genauer angesehen: 15 Ways to avoid Blogger Burnout. Das kam bei mir auf Platz 3 der Suchergebnisse. Die Autorin gibt darin tatsächlich Tipps, was man tun kann, um sich die Freude am Bloggen zu erhalten und eben einen Burnout beim Bloggen zu vermeiden.

Ich gebe zu, das ist ein Gedanke, der mir bisher total fremd war, weil ich meine Blogs nie so professionell geführt habe. Trotzdem ist es nachvollziehbar: Wer jeden Tag mehrere Stunden an seinen Fotos und Beiträgen arbeitet, wird genau die gleichen Probleme bekommen, die man bei einem „normalen“ Beruf auch hat. Ideen? Kreativität? Equipment? Und das an einem Ort, wo die Konkurrenz nur einen Klick entfernt ist und einem – wenn man Pech hat – auch noch seine Inhalte stiehlt. Das ist alles sicherlich nicht leicht.

Ich habe hier kein Profi-Blog. Das wollte ich auch nie, weil ich hier dem Schreiben frönen möchte, wie es mir Spaß macht – einfach eben nur Schreiben, Gedanken in einen Text zusammenfassen und so. Wer professionell bloggt, schafft sich da sicherlich mehr Druck. Regelmäßig auf Kommando bzw. mit Redaktionsplan veröffentlichen? Ich schaffe es oft auch nur mit dem berühmten geistigen Tritt in den A… (und natürlich die Ironblogger nicht zu vergessen), hier etwas zu veröffentlichen. Da möchte ich gar nicht so genau wissen, wie es jemandem geht, der durchschnittlich drei Blogposts die Woche veröffentlicht.

In diesem Zusammenhang bin ich wirklich froh, dass mein Blog hier ist, was es ist – ein Kraut-und-Rüben-Blog, das nicht auf eine Nische zugeschnitten ist. Natürlich gibt es auch von diesen tausende Blogs im Netz, da bin ich nur ein kleiner Fisch, aber ich habe zumindest die Gewissheit, dass meine Inhalte und ich authentisch sind, auch wenn vielleicht sonst vieles im Netz austauschbar ist.

2 Gedanken zu „Bloggen – ja, warum? Ein Nachsatz

  1. Alexander Liebrecht

    Ach Henriette,
    diese Profi-Blogger sollen sich mal an der eigenen Nase fassen, denn nicht alles ist auch in der Profi-Blogosphere perfekt. Viele lassen sich vom Geldverdienen treiben und da schwankt schon einmal die Qualität. Vor einer ganzen Weile las und kommentierte ich auf einem Blog einen Post, wo es darum ging, wie du sehr viele Kommentare ernten kannst. Aber derjenige hatte selbst kaum Kommentare. Daher frage ich mich, warum der Post verfasst worden ist?!

    Ich gewöhne mir die Arbeitsweise an, die nur auf eigenen Erfahrungen basiert. Was ich nicht verstanden habe oder nicht selbst belegen kann, fasse ich auch nicht an.

    Wie du weisst, blogge ich über OpenSource CMS und Blogging und ich spreche nur aus eigener Erfahrung. Was bringt es, wenn ich meinen Lesern irgendwas empfehle, was ich nicht im Vorfeld ausprobieren, testen und Erfahrungen sammeln konnte. Alles andere bringt nichts und da meinte noch jemand, ich würde oberflächlich bloggen. Erst einmal vor der eigenen Türe kehren und sich verbessern und auch Erfolg belegen, dann kann man auch über andere meckern oder wie siehst du das?

    Ich muss nicht immer wieder betonen, ein Hobby-Blogger zu sein, aber es ist auch so. Muss ich dann weniger recherchieren und weniger Erfahrungen sammeln? Nein, ganz und gar nicht. Es gibt sehr viele gute Hobby-Blogger, in deren Blogs man noch den Spass am Schreiben herauslesen kann und wo nicht jeder Link auf Affiliate-Link ist.

    Du kannst auch als Hobby-Blogger weit bringen und du brauchst viele Erfahrungen und das Wissen dazu kannst du nach und nach erweitern, indem du stetig dazu lernst, dich austauschst und einfach deine Themen recherchierst.

    Antwort
    1. Henriette Autor

      Lieber Alexander,

      ich finde das spannend, dass du genau zu diesem Thema wieder die Beiträge herausgeholt hast bei mir. Geändert hat sich insgesamt an der Situation nämlich nichts … Eher im Gegenteil. Ich sehe es gerade wieder, wie sehr sich manche durch den Anspruch der Professionalität unter Druck gesetzt fühlen. Da man sich gerade am Beginn seiner Bloggerkarriere bewusst oder unbewusst Vorbilder sucht, liegt die Latte heute sicher schon höher als noch vor einigen Jahren, wo das Thema Werbung, Content und Sponsoring noch nicht so präsent war. Dass verschiedene selbsternannte „Experten“ in Sachen Professionalisierung trommeln, hilft da auch nicht weiter.

      Warum ich auf dem Hobby-Blogger herumreite, hat einen einfachen Grund: Man muss sich irgendwann entscheiden, was man sein möchte. Spätestens wenn die erste Anfrage nach einer Kooperation kommt. Und das ist sogar mir schon passiert, obwohl diese Anfragen alle samt und sonders „vernachlässigbar“ waren …

      Liebe Grüße
      Henriette

      Antwort

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