Ein Hort des Wissens in unserer Mitte

Es gibt Tage, da pass es einfach hinten und vorne nicht. Bestimmte Themen liegen auf dem Tisch, wollen ausgearbeitet werden – und dann kommt einem gnadenlos irgendetwas dazwischen und man es sich versieht, sind vier Wochen ins Land gezogen, ohne dass man den Blogartikel auch wirklich geschrieben hätte …

Im konkreten Fall geht es um einen kleinen Bericht über meinen Besuch der Steiermärkischen Landesbibliothek „backstage“, der das Goodie im Oktober für Joanneumskartenbesitzer war.

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Ursprünglich wollte ich mir die Bibliothek eigentlich bei der langen Nacht der Museen anschauen, aber nur deswegen eine Karte zu kaufen, wollte ich dann wieder auch nicht. Daher sofort angemeldet für die Spezialführung 🙂 …

Zwei Tage standen zur Auswahl, Donnerstag und Freitag, schlussendlich wurde es Donnerstag. Einen Tag vorher rutschte mir aber kurz das Herz in die Hose, als ein Mail ankam, dass der Treffpunkt wegen des Besuchs unseres Bundespräsidenten aus Sicherheitsgründen verlegt worden war. Puuuuh! Hatte ja schon gedacht, die Führung wird überhaupt abgesagt bzw. verschoben.

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Da es hieß, dass wir wirklich pünktlich sein müssten, da nachher wegen der Überprüfungen alle Zugänge gesperrt sein würden, ist wohl das passiert, was bei uns wirklich, wirklich selten ist: Es kam niemand mit Verspätung (zumindest ist es mir nicht aufgefallen). Da sich doch eine ganze Menge Leute angemeldet hatten, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Meine Gruppe ging zuerst in die bibliothekseigene Buchbinderei und danach dann in den Keller der Bibliothek.

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In der Buchbinderei wurden wir von zwei Mitarbeitern der Bibliothek in Empfang genommen und sowohl über das Restaurieren und das Buchbinden selbst aufgeklärt. Diese Buchbinderei ist nur darauf spezialisiert, die Bücher der Landesbibliothek zu pflegen … Und ich wusste nicht einmal, dass die Landesbibliothek überhaupt eine Buchbinderei hat. Irgendwie peinlich, oder?

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Eines habe ich dadurch auf jeden Fall gelernt: Ich werde nie mehr mit Tixo versuchen eine Buchseite zu kleben, der Klebstoff greift das Papier derart aggressiv an, dass man das derart „bearbeitete“ Buch relativ bald leider wegwerfen muss. Stattdessen gibt es eigene Klebstreifen, die für genau diesen Zweck geschaffen worden sind, die man bei bestimmten Herstellern auch online bestellen kann.

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Anschließend ging es über ein paar inoffizielle Gänge hinüber in die Bibliothek selbst. Den Ausleihraum kenne ich mittlerweile zur Genüge, ich wusste aber nicht, wie weitläufig das Areal nach dem Umbau tatsächlich geworden ist. Eine eigene Kinder- und Jugendbuchabteilung hat es in der Größe ganz bestimmt nicht gegeben, genauso wenig wie den Bereich für heimische Schriftsteller.

Wirklich spannend wurde es allerdings, als wir in den Keller durften, dorthin, wo viele der zum Teil auch kostbaren Bücher gelagert werden, die man daher auch nicht leihen und nur vor Ort für Recherchezwecke verwenden darf. Als normaler Nutzer ist man ja fünf- bis sechsstellige Buchnummern gewohnt, da ist schon auch etwas ganz Besonderes, das Buch mit der Nummer 1 zu sehen zu bekommen:

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Wie man sieht, ist es ein altes Wörterbuch 🙂 .

Im hinteren Bereich steht außerdem ein wirklich großer Scanner, mit dem Bücher eingelesen und digitalisiert werden können – in direkter Nachbarschaft zu den alten Karteikästen, die ich in meiner Schulzeit ebenfalls noch verwendet habe, um bestimmte Buchtitel zu finden und zu entleihen.

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Das Prinzip, Bücher zu leihen, ist aber im Grunde in den letzten 20 Jahren dasselbe geblieben: Buch recherchieren, Buchnummer auf einen Entleihschein schreiben und am Schalter abgeben, dann darauf warten, dass das Buch geholt wird und das Ausleihen vermerkt wird. Der Entleihschein bekommt dann das Rückgabedatum aufgestempelt und kann zuhause im Buch als Lesezeichen dienen.

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Einen sehr großen Teil des Archivs nehmen auch Zeitungen ein – nicht nur bekannte große österreichische und internationale Zeitungen, sondern auch Fachzeitungen zum Thema Musik, Landwirtschaft und Chemie sind mir im Vorbeigehen aufgefallen.

Wenn mich meine Erinnerung nicht im Stich lässt, sind mittlerweile 750.000 Bücher, Medien, Zeitschriften und Zeitungen in der Bibliothek erfasst – die Bibliothek ist also bereits seit seiner Gründung ein echter Wissensspeicher für jeden, der eine bestimmte Information sucht. Ein Grund mehr, dafür zu sorgen, dass Bibliotheken auch in Zukunft den Platz in unserer Gesellschaft bekommen, den sie verdienen.

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