Blogger-Klischees

Diese Woche lädt der Webmasterfriday wieder mit einem gewissen Augenzwinkern dazu ein, uns mit Blogger-Klischees zu beschäftigen 🙂 … Ich muss gestehen, dass mir dieses Thema nicht unbedingt so leicht fällt, wie es das vielleicht sollte. Denn wie sieht der typische Blogger denn heute aus? Das ist ja genau der Punkt, worüber in der Blogosphäre so gerne philosophiert wird – und ich glaube, DEN Blogger schlechthin gibt es heute schon lange nicht mehr. Zu unterschiedlich sind die Gründe, aus denen Menschen heutzutage anfangen, Blogs mit Leben zu füllen.

Bloggen

Man könnte allerdings darüber nachdenken, ob so ein Klischee nicht aus der Motivation heraus geboren wird. Sind Blogger in gewisser Weise „Exhibitionisten, weil sie sich berufen fühlen, immer wieder bestimmte Inhalte (Es müssen ja nicht zwangsläufig Texte sein) ins Netz zu stellen? Und wie persönlich sind solche Inhalte wirklich? Im Zeitalter der Internet-Stars kann sich jeder in Szene setzen, so wie er will – sagt er deswegen immer die Wahrheit? Zieht er sich zumindest geistig vor seinem Publikum aus? Erst vor kurzem hat ja wieder ein Social Media-Star zugegeben, wie sehr ihr Auftritt im Netz inszeniert war …

Was ich damit sagen will, ist, es geistern durchaus noch immer jede Menge Vorstellungen von Bloggern und ihrer Arbeit durch die Köpfe von anderen Menschen (vor allem von Nicht-Bloggern), aber die Blogosphäre ist so vielseitig geworden, dass manche Klischees wahrscheinlich zutreffen werden – und manche dafür wieder überhaupt nicht. Vor allem im Zusammenhang mit Corporate Blogs muss man wohl die Klischeekiste ziemlich rasch ausleeren, denn die meisten Klischees stammen meiner Meinung nach noch aus einer Zeit, als die Bloggerszene in ihren Kinderschuhen steckte und die meisten Blogger entweder echte Enthusiasten oder Tagebuchschreiber waren.

Die Wirklichkeit hat mit dem heute nur noch wenig zu tun, das durfte ich bereits schon vor zwei Jahren erleben, als Monika Meurer die Ironblogger bei uns gestartet hat. Denn die Leute, die zu diesem ersten Treffen zusammen kamen, konnten unterschiedlicher nicht sein – genauso wenig wie die Themen, über die sie schreiben bzw. geschrieben haben.

Der moderne Blogger ist schon lange kein einsamer, nerdiger Typ mehr, der sich hinter einer Brille und seinem Computer versteckt. Der moderne Blogger ist ein ganz normaler Typ wie du und ich, dem man auf der Straße begegnet, ohne es zu wissen, der in sein Blog meist sehr viel Arbeit steckt, ohne dass diese für Außenstehende sichtbar wird und der diese Arbeit meistens freiwillig macht, weil ihm an dem Blog sehr viel liegt. Und wenn das wiederum als Klischee gilt, dann ist das eines, mit dem ich hervorragend leben kann 😀 …

4 Gedanken zu „Blogger-Klischees

  1. Timm

    Ein sehr schöner Artikel, der gut beschreibt, wie sich Blogger und auch Nicht-Blogger im Internet „inszenieren“. Wie Du selbst schreibst, beadrf es dazu nicht nur der Textform. Beispiel Soziale Netzwerke. Ist das Profil ein Fake oder entspricht das Profil, dem Menschen, der dahinter steckt?

    Es ist nicht leicht zu beantworten. Ein wenig Spiel kann nicht schaden, doch wenn man sich so derart verstellt, wie man selbst gesehen werden möchte, finde ich das, gelinde gesagt, sehr schade.
    Wie sagt man so schön: „Sei du selbst, die anderen kennen wir schon.“
    Doch immer höre ich Vorwürfe, das Blogger nur „gestreichelt“ werden wollen und nur auf Komplimente aus sind. Was ich dazu denke, kannst Du gerne mal unter der folgenden Adresse nachlesen. 🙂

    https://www.netzblogger.net/bloggen-ist-nur-fishing-for-compliments/22888/

    LG Timm

    Antwort
  2. Alexander Liebrecht

    Hi Henriette,
    vermutlich hast du jetzt ein blogging-freies Wochenende, was dir gegönnt ist. Ich dachte mir, dich heute erneut zu besuchen und da es auch mein Kommentier-Samstag ist, passt das sehr gut.

    Also ja, wie persönlich sind meine Blog-Inhalte?! Nun, ich verrate sehr persönliche Details im Internet eher nicht und auch nicht zu sehr Intimes. Alles was mit dem Bloggen und der Person Blogger zu tun hat, gerne, aber so mein Privatleben findet eher den Weg ins Internet nicht. Das ist auch mein Schutz.

    Gerne hätte ich hier auch das Gravatar gehabt, was aber so nicht geht, weil wenn ich mit der Mail-Adresse des WordPress.com-Kontos kommentiere, so kann ich keine URL hinterlassen. Daher muss ich eine andere nicht gravatar-fähige Mail-Adresse nehmen. Persönlicher sind diese Gravatare schon etwas und das mag ich.

    Auf immer mehr Blogs lese ich, dass ein Blogger sich nicht verstellen darf. Das stimmt auch, aber ob es dann wirklich der Fall ist, muss jeder selbst für sich wissen. Etwas authentisch darf ein Blogger gerne sein und ich hoffe, dass ich authentisch rüber kommen kann. Wie der Leser so denkt, erfährst du in dieser Hinsicht eher selten.

    Einfach du selbst sein, Spass am Bloggen haben und es auch zeigen, wäre authentisch. Es gibt auch weniger gute Tage im Blogger-Alltag und diese schafft man auch oder muss man überstehen.

    Antwort
    1. Henriette Autor

      Hallo Alexander,

      naja, mittel-frei. Wenn du meinen aktuellen Text gelesen hast, weißt du ja, warum ;).

      Authentisch ist man meiner Meinung nach eigentlich auch durch das, worüber man schreibt. Ich finde, man merkt es vielen Blogbeiträgen schon an, ob jemand für sein Thema brennt oder nicht. Das ist ja auch die Stärke eines jeden einzelnen beim Bloggen …

      Liebe Grüße
      Henriette

      Antwort
  3. Pingback: Kommentare Samstag auf You-big-blog.net/blog vom 05.11.2016

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