Das Gerümpel des Alltags

Ihr erinnert euch vielleicht, vor knapp drei Wochen habe ich hier ein kurzes Posting online gestellt, dass sich das Wasser in meiner Wohnung einen Weg gesucht hat, der so nicht vorgesehen war.

In Folge haben sich meine vier Wände in eine Baustelle verwandelt, die letzte Überraschung war, als ich nach Hause kam, und den Einbauschrank meines Flurs vor der Wohnung vorgefunden habe – und der Inhalt dieses Schranks war komplett in meinem Wohnzimmer verteilt … Der Gedanke an Geister und Goethes Zauberlehrling drängte sich sehr unmittelbar auf, weil die lieben Handwerker entdeckt hatten, dass das kaputte Wasserrohr sich vom Bad auch unter den Schrank erstreckt hat :-/

Schrank im Hausflur

Mittlerweile habe ich aus der Not allerdings eine Tugend gemacht. Denn ich nehme mir jetzt jeden Tag, wenn ich da bin, um das Wasser aus den Bautrocknern auszuleeren, auch einen Teil der Sachen vor, die in diesem Schrank gelagert waren. Und das ist eine ganze Menge!

Jeden Tag schaue ich mir einen Teil der herumliegenden Sachen an und überlege, was ich davon wieder in den Schrank einräumen werde und was nicht. Und ich habe vor, jeden Tag einen Teil davon entweder zu verschenken, Carla zu spenden oder einfach wegzuwerfen – bis zu dem Zeitpunkt, wo ich das Gefühl habe, dass ich den Schrank wieder mit gutem Gewissen einräumen kann, ohne von Gerümpel erdrückt zu werden.

Danach werde ich meine Kommoden, meinen Schlafzimmerschrank und meine Bettlade einer Inspektion unterziehen (Ach ja, zwei Küchenschränke sollte ich auch noch auf diese Liste setzen) und prüfen, was ich davon brauche und was nicht.

Mein Wohnzimmer

Warum das alles? Der Gedanke an das, worüber ich mich erst vor kurzem mit meinem Liebsten unterhalten habe, lässt mich nicht los. Wir haben darüber gesprochen, ob man nicht den ganzen Kram, den man zwei Jahre lang nicht in der Hand hatte, eigentlich weggeben könnte. Analog zu Kleidung, die man zwei Jahre lang nicht angezogen hat. Irgendwoher kam dann auch noch ein Wert mit 80 Prozent. Also 80 Prozent der Sachen, die man besitzt, hat man wohl zwei Jahre lang nicht mehr in die Hand genommen …

Ob ich mich von 80 Prozent meiner Sachen trennen könnte? Wenn es wirklich müsste, wahrscheinlich schon, aber will ich das? Dafür hänge ich vermutlich doch an ein paar Sachen zu sehr. Aber ich habe gemerkt, dass es ein gutes Gefühl ist, sich von Dingen zu trennen. Man fühlt sich tatsächlich hinterher irgendwie ein bisschen freier :). Unter diesem Gesichtspunkt habe ich außerdem einen ganz interessanten Artikel gefunden, dass man das Entrümpeln ganz gezielt angehen sollte: Länger als ein Jahr nicht getragen? Weg damit.

Ein spannender Buchtitel ist mir in diesem Zusammenhang ebenfalls über den Weg „gelaufen“: „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston. In der Bücherei habe ich mir spontan einmal die Ausgabe aus dem Jahr 2003 ausgeliehen, es gibt aber vom Rowohlt Verlag eine Neuauflage aus dem Vorjahr. Ich bin zwar keine Vertreterin von Feng Shui, aber der Schwerpunkt des Buches liegt definitiv auf dem Entrümpeln … Die ersten Seiten habe ich bereits gelesen, wenn es euch interessiert, schreibe ich gerne eine kleine Vorstellung des Buches, wenn ich es durch habe.

Wie steht’s bei euch? Mistet ihr regelmäßig aus oder trennt ihr euch nur schwer von liebgewonnenen Gegenständen?

4 Gedanken zu „Das Gerümpel des Alltags

  1. Michael

    Kleidung kommt unregelmäßig weg, hängt davon ab, was ich so neu kaufe (meist zu Beginn des Frühjahrs und zu Beginn des Herbstes), aber ansonsten denke ich meistens, ob der Schrank jetzt voll oder leer ist macht keinen Unterschied, es ist ja im Schrank. Dennoch habe ich noch 100 Videokassetten, aber keinen Videorekorder mehr, ein Fondue, das ich nicht mehr nutze, Computerbücher über Software, die ich von Diskette installieren müßte oder Poster aus meiner Kindheit, die schon antiquarisch sind ;-). Ich müßte auch mal … vielleicht an irgendeinem gaaaaanz regnerischen Weihnachtswochenende oder danach … :-).

    LG MIchael

    Antwort
    1. Henriette

      Hihi, ja, das sind genau die Dinge, die ich gemeint habe, als ich jetzt meine Entrümpelungsrunde Nr. 1 gestartet habe. Ich habe sogar bei mir noch Disketten gefunden, wo ich keinen Rechner mehr habe, sie überhaupt zu lesen …

      Antwort
  2. Björn Winkler (@coke4all)

    Leider muss ich zugeben: ich trenne mich oft nur schwer von Dingen, die ich schon lange habe, obwohl sie nur ‚rumliegen, Platz wegnehmen und Staub ansetzen. Und dann dieser Zeitaufwand! Allein nur die Zeit, die ich aufbringen musste, DVDs durchzusehen. Anschließend noch mit Frau und Kindern diskutieren (streiten? ;-)) ob, diese oder jene DVD nu‘ aufgehoben oder weggegeben/geworfen wird …

    … Stunden später waren doch wieder 75 Prozent der DVDs im Regal, die ich zur Entsorgung vorgesehen hatte. Moment — sagte ich eben, _ich_ könne mich nur schwer von Dingen trennen?!? Der letzte DVD-Entrümpelungsversuch jedenfalls ging grandios in die Hose. Immerhin: ich habe alle DVDs mit einem Post-it markiert, die wir unter dem Vorbehalt aufgehoben haben, diese nur noch einmal anschauen zu wollen um sie dann wegzugeben. Nächstes Weihnachten dann werde ich BEWEISEN, dass wir nicht EINE der DVDs angeschaut haben, sie also sofort hätten weggeben können! Nein?
    😉

    Antwort
  3. TomInMuc

    Umzüge sind ja total geeignet um auszumisten. Ich bin im März diese Jahres umgezogen und ich habe kräftig ausgemistet! Und stelle fest, dass ich immer noch zu viel in die neue Wohnung mitgenommen habe. Jetzt also werden alle CDs gerippt und die landen dann im Keller. Was das alleine für ein Zeitaufwand ist! Und Bücher habe ich noch immer zu viele! Obwohl ich viele verschenkt habe. Viele? Massen!

    Aber man zieht ja nicht alle naselang um und so passiert es dann, dass ich erneut zum Sammler werde. Einfach aus einer Faulheit heraus!

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s