Blogger Alphabet: J wie Journalismus

Bloggeralphabet

Falls ihr die Beiträge zum Alphabet schon vermisst habt: Eigentlich ist schon seit einer Woche ein neues Thema heraußen, aber die Beiträge zum Barcamp hatten zwangsläufig Vorrang :). Aber die Reihenfolge ist schon in Ordnung so, denn „J wie Journalismus“ war auch eines der Themen, das wir beim Blogcamp besprochen haben …

Findest du, dass Bloggen eine Form von Journalismus ist oder sein kann?

Genau  wegen dieser Frage sind auch die Meinungen in der entsprechenden Session beim Blogcamp ganz schön auseinander gegangen. Ich denke, man kann diese Frage einfach nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten. Natürlich kann jeder Journalist ein Blog betreiben und jeder Blogger journalistisch arbeiten. Das Medium Blog lässt dies ohne weiteres zu – es muss aber nicht so sein :).

Verständlicherweise kam in diesem Zusammenhang auch die Diskussion auf, wie denn überhaupt das Berufsbild „Journalist“ definiert ist … Ich habe mir jetzt die Mühe gemacht nachzusehen: Laut Wikipedia bzw. der Definition des Deutschen Journalisten-Verbandes ist ein Journalist eine Person, die „sich hauptberuflich an der Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt“.

Im Folgesatz steht darüber hinaus, dass „Journalist“ als Berufsbezeichnung in Deutschland rechtlich nicht geschützt ist. Daher wird es diese Diskussion, ob Blogger als Journalisten bezeichnet werden können, wohl auch in Zukunft noch eine Weile geben …

Was macht für dich Journalismus aus?

Gott sei Dank ist die Frage mit einem „für dich“ ergänzt. Denn was jeder einzelne von uns unter Journalismus versteht, dürfte wahrscheinlich genauso wenig so einfach zu definieren sein. Wenn ich mich hinsetze, ein Thema recherchiere und dazu einen Text verfasse, denke ich schon, dass ich mich der Arbeit eines Journalisten annähere … Da ich jedoch nie wirklich als Journalist tätig war, fällt es mir schwer, das wirklich zu beurteilen.

Genauso bleibt hier die Frage offen, ob ein Journalist journalistische Arbeit abliefert, wenn er auf seinem Blog einfach nur seine private Meinung schreibt? Und ist mein Zweitblog, wo ich ausschließlich Fotos gepostet habe, als journalistische Arbeit zu bewerten? Wohl eher nein. Gott sei Dank muss ich das aber nur für mich entscheiden :D.

Wo siehst du Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Bloggern und Journalisten?

Gemeinsamkeiten sehe ich in der Art und Weise zu arbeiten. Fotos schießen, Inhalte recherchieren, Texte verfassen und Dinge hinterfragen – das machen meiner Meinung nach sowohl Blogger als auch Journalisten. Unterschiede sehe ich beim Ergebnis, manches kann man bestimmt zu Recht als journalistische Arbeit bezeichnen, manches wohl eher weniger.

Ist Journalismus „Beruf oder Berufung“ – sprich, entscheidet nur eine journalistische Ausbildung darüber, wer Journalist sein darf und wer nicht?

Bei dieser Frage muss ich noch einmal aus der Wikipedia zitieren:

Jeder kann sich Journalist nennen – ohne spezielle Voraussetzungen oder einen bestimmten Ausbildungsweg, da die Berufsbezeichnung vom Gesetzgeber nicht geschützt wurde. […]

Die frühere Vorstellung vom „Begabungsberuf“ wurde abgelöst durch ein professionelleres Berufsbild mit definierbaren Ausbildungsgängen sowie Kategorien für die fachliche Qualität im Journalismus. […] Das Berufsfeld ist offen für Quereinsteiger, insbesondere mit Spezialwissen.

Ich glaube, das Problem liegt hier unter anderem darin, dass viele „studierte“ Journalisten nicht mit Quereinsteigern auf eine Stufe gestellt werden wollen. Verständlich natürlich, wenn man weiß, dass jemand viel Zeit in eine entsprechende Ausbildung gesteckt hat und dann kommt so irgendein „dahergelaufener Blogger“ und will einem die Arbeit erklären :D.

Grundsätzlich ist so eine Einstellung aber schade, denn ich denke, dass sowohl „klassisch“ ausgebildeter Journalist als auch autodidaktischer Blogger im Arbeitsalltag sicherlich viel von einander lernen können.

Siehst du diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei bestimmten Themenbereichen stärker als bei anderen?

Ja, ganz sicher! Wer ein Blog in den Bereichen betreibt, die auch journalistisch besetzt sind, wird sich zwangsläufig dem Journalismus annähern, um Leser anzusprechen. Damit meine ich jetzt nicht Schreibstil oder andere Blogger-Eigenheiten, sondern die Art zu arbeiten und Beiträge zu publizieren.

Die Unterschiede sehe ich eher bei Blogs, die keinen Anspruch auf journalistische Arbeit erheben, die einfach nur ihr Ding machen wollen und die damit vielleicht auch ein bisschen anders sind, schräger, ausgefallener, eigenwilliger eben.

Stellst du bei deinem Blog selber einen journalistischen Anspruch an deine Beiträge?

Jein. Natürlich möchte ich, dass meine Texte gelesen werden, daher achte ich darauf, dass sie lesbar sind, dass sie halbwegs gegliedert sind und dass sie ein gutes Deutsch haben (Okay, die Tippfehler, die sind wie immer ein anderes Kapitel 😉 ). Wenn es das Thema erfordert, recherchiere ich auch einmal Informationen und verweise auf die Seiten, wo ich die Informationen herhabe.

Manchmal aber schreibe ich auch einfach nur über Dinge, die mir durch den Kopf gehen, Dinge, wo ich das Gefühl habe, dass sie einfach raus und von der Seele runter müssen … Diese sind wohl eher weniger als journalistisch zu sehen, gehören für mich aber trotzdem zu meinem Blog dazu.

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