Eine Führung durch die Herz-Jesu-Kirche Graz

Im Rahmen der langen Nacht der Kirchen gab es wieder einmal die Gelegenheit, die Herz-Jesu-Kirche von einem anderen Blickwinkel aus kennenzulernen. Und dieses Jahr habe ich es endlich geschafft, mir rechtzeitig eine Zählkarte für eine Führung zu holen – juhu 🙂 .

Graz Herz Jesu Kirche

© Marion Schneider & Christoph Aistleitner

Treffpunkt war um 21.00 Uhr beim Aufgang zur Orgel, von wo es dann auch schon in schwindelerregende Höhen ging. Warum? Der Kirchturm ist der dritthöchste Kirchturm in Österreich, in der Steiermark sogar der höchste mit einer Höhe von etwa 109 Metern. Diese Höhe ergibt sich durch den Baustil, der Neugotik. Die Kirche ist also deutlich jünger, als sie aussieht … Erbaut wurde sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts in etwa zehn Jahren (wenn man die Weihe mitzählt).

Bei der Führung bekamen wir zuerst die Orgel gezeigt, was bereits einen ersten, eher ungewohnten Blick auf das Kirchenschiff und den Altar ermöglichte. Die Glasfenster haben im Gegensatz zu den Glocken die beiden Weltkriege sogar überlebt, sind also Originale aus der Entstehungszeit der Kirche.

Danach ging’s weiter in den Turm. Selbstverständlich kletterten wir nicht bis zur Spitze hinauf, jedoch kann man ohne Probleme bis zum Glockenstuhl kommen, der sich ungefähr in einer Höhe von 60 Metern über dem Boden befindet. Raus- und runterschauen durchaus nur für diejenigen geeignet, die keine Höhenangst haben!

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Interessant ist außerdem, dass die Kirchenturmuhr noch immer ein mechanisches Uhrwerk hat. Deswegen hat das zur Folge, dass die Uhr nachgestellt werden muss, wenn es zu Temperaturschwankungen kommt (Die Gewichte dehnen sich entsprechend aus). Elektrisch werden tatsächlich nur die Gewichte hochgezogen – und natürlich die Glocken geläutet.

Die Glocken selbst sind aus Stahl, bis auf die Totenglocke (Diese besteht aus Bronze). Letzterer  blieb das Schicksal erspart, so wie die übrigen im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen zu werden. Das Läuten hört man übrigens nur dreimal am Tag, um sieben, um zwölf und um neunzehn Uhr, die Viertelstunden etc. werden nur kurz mit einem Hammer angeschlagen. Wir hatten aber das Glück, nicht direkt unter einer der Glocken zu stehen, als dies der Fall war. Laut genug war der Schall auch unterhalb im Turm noch immer 😀 …

Falls ihr euch ein Bild machen wollt, wie das aussieht bzw. wie sich das anhört, wenn alle Glocken geläutet werden: Bei Youtube habe ich ein passendes Video gefunden.

Nachdem ich in der unmittelbaren Nähe der Kirche lebe, kann ich außerdem bestätigen, dass man dank ihr die Zeit nie vergisst – vor allem nicht morgens 😉 .

Anschließend ging es weiter zum Gewölbe. Das bedeutet, wir spazierten also unterhalb des Dachs, aber oberhalb des Kirchenschiffs auf Holzbohlen bis in den Altarbereich. Auch hier gibt es wieder eine Stelle, wo man nach unten gucken kann … Habe ich schon erwähnt, dass die Kirche hoch ist?

Begleitet von Swing und Jazz (Es gab jede Menge Musikprogramm bei der langen Nacht!) stiegen wir über eine Wendeltreppe wieder nach unten. Diese öffnet sich an verschiedenen Stellen zum Schiff, was weitere Blicke von oben auf den Altar und das Kircheninnere ermöglichte.

Der Altar selbst ist laut unserem Führer übrigens der Votivkirche in Wien nachempfunden, davor hängt das namensgebende das „Heilige Herz“ (Daher spricht man im Englischen auch vom „Sacred Heart“ bzw. im Französischen vom „Sacre Coeur“, wenn man das „Herz Jesu“ meint!).

Dies stellte nach gut einer Stunde auch das Ende unserer Führung dar, leider. Gefallen hat es mir aber trotzdem sehr gut, das nächste Mal möchte ich aber bei Tageslicht in den Turm :). Dunkelheit und Handy sind nicht unbedingt die beste Kombination, um gute Bilder zu machen, aber wenn ihr eine Vorstellung bekommen wollt, wie so eine Führung abläuft, habe ich auch dafür ein Video gefunden 😉 .

2 Gedanken zu „Eine Führung durch die Herz-Jesu-Kirche Graz

    1. Henriette Autor

      Ach, Tom, du bist lieb, ich hab ja einiges aussortiert 🙂 … Was ich in die Galerie gegeben habe, waren die Bilder, die mir von den Ergebnissen noch am besten gefallen haben.

      Liebe Grüße
      Henriette

      Antwort

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