Es gibt Tage …

Glühbirne

Es gibt Tage und es gibt Tage. Tage, wo es mir relativ leicht fällt, einen Beitrag zu schreiben, damit zumindest einmal hier in der Woche Lesestoff erscheint. Seit ich meine Ideen aufschreibe, ist das etwas einfacher geworden. Es gibt aber auch Tage so wie heute, wo ich mit einem angefangenen Text dasitze, aber keine Lust habe, ihn fortzusetzen. Warum? Weil ich weiß, dass ich dann noch zwei Stunden brauchen werde, bis ich alle Infos beinander habe, alle Fotos aus dem Archiv gekramt habe und bis ich das Gefühl habe, ich kann jetzt mit gutem Gewissen auf „Veröffentlichen“ klicken.

Es gibt so Tage wie heute, wo ich einfach nicht mag. Weil ich das Gefühl habe, dass es mich stresst, jetzt noch einen Text zu verfassen. Wo ich mir denke, das wird jetzt nichts, einfach weil da im Hintergrund dieses Müssen schwebt. Natürlich ist die Woche noch nicht um, theoretisch habe ich noch zwei Tage, um etwas zu veröffentlichen. In letzter Zeit habe ich aber wenig Lust, mich am Wochenende an den Rechner zu setzen, um zu schreiben. Das werdet ihr wahrscheinlich anhand meiner Veröffentlichungstage gemerkt haben. Je nachdem wie gut es gelaufen ist, kamen meine Texte in letzter Zeit meistens zwischen Dienstag und Donnerstag heraus … Tja, diese Woche läuft es halt wieder einmal nicht so wie gewünscht, da helfen die besten Planungstools nichts😀.

Weil ich außerdem auch grad keinen Plan habe, was ich heute sonst schreiben soll, habe ich daher beschlossen, euch einfach ein bisschen an meinen Gedanken teilhaben zu lassen. Ich weiß ja, dass es Menschen gibt, die unter (Zeit)Druck gut arbeiten können, ich gehöre aber nur bedingt dazu. Was auf jeden Fall leidet, ist meine Kreativität – und die brauche ich beim Schreiben leider fast immer. Das ist schon eher selten, wenn man quasi auf Kommando einfach nur schreibt und schreibt (Okay, vielleicht sollte ich das nächste Mal beim Grübeln für einen Beitrag einfach zum kreativen Schreiben übergehen?) …

Wie sieht das bei euch aus? Wann und wie entstehen eure Texte? Und habt ihr vielleicht Tipps gegen Lustlosigkeit?😀

Blogger Alphabet: Q wie Quantität

Bloggeralphabet

Beim Bloggeralphabet geht es diese Woche um den Buchstaben Q. Q wie Quantität (oder Qualität? :D). Ich gebe zu, ich konnte mir anfangs nicht unbedingt etwas unter dem Thema vorstellen, weil ich mit der Quantität auch die Menge der Blogartikel bewerten würde, die hier bei mir online gehen. Letztendlich wird sich aber der Buchstabe R indirekt in vierzehn Tagen damit beschäftigen, wenn es um die Regelmäßigkeit geht🙂.

Worum es bei Q allerdings geht, ist die Länge der einzelnen Artikel. Ein spannendes Thema, denn wie die ideale Länge bei einem Webtext aussieht, ist auch eine Frage, die mir beruflich immer wieder unterkommt😀. Diskutiert wird lange und viel darüber – beispielsweise hier und hier. Eine wirklich passende Antwort kann es da aber meiner Meinung nach nicht geben, das hängt ziemlich sicher auf von dem ab, worüber Blogger schreiben. Fotoblogs, Foodblogs oder Modeblogs legen ihren Fokus auf – nona – Bilder mit begleitenden Texten – sind ihre Inhalte deswegen schlechter, nur weil ihre Texte kürzer sind? Ich denke nicht …

Wie lang sind deine Artikel im Schnitt? (Tipp: bei WordPress wird am unteren linken Rand des Textfelds die Wörteranzahl angezeigt)

Da ich meine Texte hier meistens im Editor direkt online schreibe, habe ich tatsächlich die Gelegenheit, immer wieder einen Blick darauf zu werfen, wie viele Wörter denn so mit einem Beitrag entstehen. Das ist aber ganz unterschiedlich – zwischen 500 und 2000 Wörtern haben meine Texte schon geschafft. Bei manchen Themen ist es mir auch nicht schwer gefallen, auf 800 oder 900 Wörter zu kommen, ohne groß darauf zu achten. Mein Blick fällt tatsächlich erst am Schluss auf die Anzahl, einfach weil es mich interessiert, wie viel mir zu einem Thema einfällt, ohne gezielt darauf zu achten (Beruflich muss ich das nämlich fast immer ;)).

Achtest du darauf, dass deine Beiträge eine bestimmte Mindestanzahl an Wörtern haben?

Eigentlich nicht, nein. Zumindest nicht hier auf meinem privaten Blog, wo es für mich nicht so wichtig ist, wie lange die Texte sind. Hier ist es mir wichtiger, dass ich das sagen kann, was ich will. Dafür schreibe ich, ohne groß auf die Länge zu achten. Wenn ich fertig bin, bin ich fertig. Aus. Ich hänge da nicht extra Sätze dran, nur um den Artikel länger zu machen. Ich lese mir zwar schon durch, was ich geschrieben habe, um zu sehen, ob mein Geschwurbel sinnvoll ist, ergänze dann hier und da etwas, aber ich mache das nicht auf Biegen und Brechen, um eine gesetzte Wortanzahl zu erfüllen.

Liest du auf anderen Blogs lieber mehrere kurze Artikel zu einem Thema, oder ist dir ein ausführlicher Beitrag lieber?

Das kann ich nicht so eindeutig beantworten, das gebe ich zu. Ich mag lange Texte zu einem bestimmten Thema schon, aber wenn absehbar ist, dass ich länger zum Lesen benötigen werde, speichere ich ihn mir meistens für einen späteren Zeitpunkt. Mehrere kurze Artikel schätze ich vor allem dann, wenn mich nur ein Teilaspekt des Themas interessiert oder wenn ich die Antwort auf eine bestimmte Frage suche. Man könnte auch sagen: Wenn es schnell gehen muss, sind mir kurze Texte lieber, weil ich da weniger Zeit brauche, um sie zu erfassen.

Lange Texte dagegen sind meistens gehaltvoller, benötigen aber auch mehr Lesezeit. In der Regel versprechen sie dem Leser, aufgrund ihrer Länge ein Thema ausführlicher vorzustellen. Umso ärgerlicher ist es aber dann auch, wenn man Lesezeit hineingesteckt hat, nur um am Ende genauso schlau wie am Anfang zu sein. Daher müssen lange Texte auch halten, was sie versprechen, ansonsten sind sie bestenfalls schönere Platzhalter als Lorem Ipsum – sonst nichts.

Instagram kopiert Snapchat – na und?

Mittlerweile ist es mehr als zwei Jahre her, dass ich hier einen langen Artikel veröffentlicht habe, was die Faszination von Instagram ausmacht. Die Frage nach dem Warum erfreut sich offensichtlich nach wie vor einer gewissen Beliebtheit, denn die meisten Nutzer finden genau deswegen noch immer auf mein Blog😀 …

In der Zwischenzeit hat sich vieles getan, Istagram hat ein neues Logo bekommen, ein neues Layout und Videos können ebenfalls gepostet werden. Letzte Woche ist außerdem eine neue Funktion dazugekommen, die eine gewisse Empörung in der Szene hervorgerufen hat: die Instagram Stories. Warum? Weil die Entwickler unumwunden zugegeben haben, bei den Snapchat Stories abgekupfert zu haben.

story

Die App mit dem Gespenst als Logo gibt es bereits seit 2011. Der Hype um Snapchat ist allerdings erst in den letzten zwei Jahren in der Marketing-Branche so richtig hochgekocht, als es hieß, dass jetzt dort all die Jugendlichen zuhause sind, die die Werbetreibenden so händeringend zu erreichen versuchen … Bekannt ist die App auch dafür, dass deren Inhalte nach 24 Stunden wieder verschwinden (wobei das natürlich relativ zu sehen ist, sagen wir lieber, die Nutzer haben keinen Zugriff mehr darauf).

Eine weitere beliebte Aussage im Zusammenhang mit Snapchat: Nutzer ab 30 Jahren bleiben außen vor, weil sie mit der Bedienbarkeit der App nicht klarkommen. Mag sein, dass das stimmt, da die App einen anderen Ansatz verfolgt. Es bedeutet aber nicht, dass nicht auch Jüngere so ihre Probleme mit der App haben😀.

Die Antwort auf die Frage, warum Snapchat bei älteren Nutzern aktuell weniger Verbreitung findet, sehe ich eher darin, dass sich viele fragen, wofür sie denn Snapchat eigentlich verwenden sollen. Die Messenger-Funktionen decken auch andere Netzwerke und Apps erfolgreich ab, das Verschwinden der Nachrichten (was Snapchat mittlerweile durch die „Memories“-Funktion selbst erfolgreich aufgeweicht hat) ist im Grunde wahrscheinlich nicht so zugkräftig, wie manche annehmen.

Das zweite bisherige Alleinstellungsmerkmal hat Instagram jetzt erfolgreich Snapchat entzogen: die Stories. Wer bisher nicht bei Snapchat war, aber Stories gerne kennenlernen wollte, hat jetzt die Chance dazu. Und das ohne die Auflage, eine weitere App installieren zu müssen, die man erst einmal benutzen lernen muss.

Die Unternehmen freut’s jedenfalls, denn die Reichweite ist auf Instagram deutlich höher. Instagram war von Anfang an mehr auf das Verfolgen von einzelnen Accounts ausgelegt als Snapchat, das in meinen Augen eher auf die direkte Kommunikation mit Freunden abzielt. Während die Stories bei Snapchat mit ihrem „unperfekten“ und spontanen Ansatz eigentlich nur eine Ergänzung zur Maxime der App darstellen, bringen sie allerdings bei Instagram eine deutliche Neuerung: Die perfekten Hochglanzbilder, wo wirklich alles bis ins kleinste Detail arrangiert wird, stellen schon einen krassen Gegensatz zu den manchmal unscharfen und verwackelten Bildern aus den Stories dar.

Ich kenne Instagram noch aus einer Zeit, wo die App denselben Ansatz wie Snapchat verfolgt hat. Wo das „Insta“ im Namen wirklich bedeutet hat, spontan Bilder zu schießen und online zu stellen. Nicht umsonst ähneln noch heute viele Filter den Ergebnissen, die man beispielsweise mit alten Polaroid Kameras schießen konnte. Die entsprechenden Foto-Rahmen dazu hat Instagram ebenfalls geboten – aber wer benutzt sie heute noch?

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© Adrian Korte / cmd-a.de

Im Gegenteil: Innerhalb weniger Jahre wurde Instagram die App für bis ins letzte Detail vorbereitete Inhalte – und damit auch so beliebt für das In-Szene-Setzen von Personen, Gegenständen, Landschaften etc. Die Ergebnisse sind in manchen Fällen allerdings schon so künstlich, dass ich sie richtig schrecklich finde. Es ist wie jeden Tag Schokolade essen: Am Anfang ist man noch begeistert, aber nach und nach setzt ein gewisser Sättigungseffekt ein, weil die Bilder bei den verschiedenen Accounts immer austauschbarer werden …

Offensichtlich hat das auch Instagram erkannt: Die Stories stellen meiner Meinung nach einen interessanten Ansatz dar, den Inhalten zu mehr Spontanität zu verhelfen. Natürlich können auch Hochglanzfotos zu einer Story zusammengestellt werden (vorausgesetzt sie sind nicht älter als 24 Stunden), aber der Foto-Perfektionismus funktioniert derzeit nur in Ansätzen. Spätestens wenn es um Videos im Hochformat geht, wird es aufwendig – und das für eine Präsentation, die auch bei Instagram nach 24 Stunden verschwunden ist …

Noch ist nicht absehbar, ob die Stories Instagram neuen Aufwind bescheren werden, da jetzt verständlicherweise erst einmal die Test- und Spiel-Phase bei den meisten ausgebrochen ist. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass die Strategie aufgehen wird – ich habe an mir selbst beobachtet, dass mir Instagram derzeit wieder mehr Spaß macht, weil die Stories so herrlich normal sind😀.

Blogger Alphabet: P wie Promotion

Bloggeralphabet

Das Thema P widmet sich dem Thema Promotion, also der Werbung rund ums Blog. Ein Thema, mit dem man sich auch als beginnender Blogger auseinandersetzen muss, denn von selbst kommen die Leser in den wenigsten Fällen … Aufmerksamkeit zu bekommen ist heute meiner Meinung nach viel schwieriger als früher, aber nicht unmöglich.

Machst du Werbung für deinen Blog? Falls nein, warum nicht?

Jetzt mal ernsthaft: Wird jemand diese Frage wirklich mit Nein beantworten? Ich kann es mir  nicht vorstellen. In Zeiten von sozialen Netzwerken gehört es doch fast schon zum guten Ton dazu, seine Links zu teilen, um damit auf neue Beiträge aufmerksam zu machen … Wenn ich einen Beitrag hier veröffentliche, poste ich ihn anschließend bei Facebook, Twitter und Google+. Wenn es passt, weise ich in dem Text auch auf frühere Beiträge von mir hin. Kommentare auf fremden Blogs eignen sich manchmal auch dafür, aber es muss zum Thema des Artikels passen, dass man auf eigene Beiträge verweist.

Dass ich hier noch mehr machen könnte, ist mir bewusst. Aber ich lebe nicht davon, dass meine Beiträge um jeden Preis Aufmerksamkeit bekommen müssen. Mein ganz persönlicher Vorteil, ein kleiner Blogger zu sein: Ich kann Werbung machen, aber ich muss nicht😀.

Wie viel Zeit investierst du durchschnittlich in das Bewerben deines Blogs bzw. eines neuen Posts?

Es kommt drauf an, meistens ist es die Zeit, die es braucht, um auf den sozialen Netzwerken einen entsprechenden Teaser-Text zu schreiben. Diese Zeit nehme ich mir, denn es macht einen Unterschied, ob ich meine Beiträge automatisiert teile oder nicht. Das sehe ich auch bei Beiträgen von anderen Bloggern immer wieder … Wenn nicht gerade die Überschrift oder die ersten Sätze neugierig machen, muss ein interessanter Begleittext dazu her (bei Facebook). Bei Twitter ist es sogar noch eine größere Herausforderung, denn dort muss man ja in 140 Zeichen auf den (Werbe)Punkt kommen.

Teilst du neue Beiträge in sozialen Netzwerken? Wie und wo genau?

Ja, aktuell sind das Facebook, Twitter und Google+. Ich kopiere dazu den Link in die Netzwerke und schreibe einen Begleittext. Bei Facebook teile ich jetzt zuerst auf der Facebook-Page und wenn es passt, teile ich diesen Beitrag danach in meinem Profil. Ich bin zwar auch noch bei Netzwerken wie Pinterest, Flickr und Instagram angemeldet, aber dort verzichte ich. Instagram beispielsweise ist für mich nach wie vor ein Bilder-Netzwerk – und dort finde ich Blog-Promotion für meine Themen meistens fehl am Platz.

Über welche Quellen kommt bei dir der meiste Traffic, wo lohnt es sich für dich besonders, Werbung zu machen?

Bei wordpress.com muss ich mich ja darauf verlassen, dass die Statistiken halbwegs korrekt ausgewertet werden🙂. Für die Antwort auf diese Frage habe ich mir deswegen meine Referrer angesehen – und mittlerweile sind die Suchmaschinen respektive Google tatsächlich meine treuesten Traffic-Lieferanten, gefolgt von Facebook und Twitter mit sehr, sehr viel Abstand. Tja, man kann es drehen und wenden, wie man möchte, an dem blauen Netzwerk kommt man beim Bekanntmachen seiner Beiträge in den meisten Fällen nicht vorbei …

Wobei ich ja erst seit kurzem über eine Facebook-Page verfüge, der Löwenanteil dieses Traffics geht also auf die Links zurück, die ich normal in mein Profil gepostet habe. So wie die Dinge derzeit liegen, lohnt sich offensichtlich am meisten, gute Beiträge zu schreiben und darauf zu hoffen, dass die Beiträge in den Suchmaschinen gefunden werden.

Hast du schon mal über Printprodukte auf dein Blog aufmerksam gemacht, beispielsweise über Visitenkarten, Flyer oder eine Anzeige?

Ich habe bisher noch nicht nennenswert Geld für Werbung für mein Blog ausgegeben. Ich hab einmal auf Facebook für ein früheres Blog damit experimentiert und habe damit auch Follower bekommen, aber für Hobbyblogger lohnt sich das wohl eher weniger … Vor allem nicht für ein Blog wie meines, das keinen ausgemachten Themenschwerpunkt hat. Visitenkarten sind das einzige, wo ich mir schon einmal nach dem letzten Grazer Barcamp Gedanken dazu gemacht habe. Denn für den Austausch untereinander ist es schon ganz nützlich, wenn man jemandem auch analog etwas in die Hand geben kann🙂.

Gibt es Werbung von anderen Blogs, die dich nervt / zu aufdringlich ist?

Ja, allerdings gibt es die – und zwar in Form von Pop-Ups, die sich über den ganzen Beitrag legen. Und ich habe auch schon mal darüber geschrieben, weil es mir gar so sehr auf die Nerven gegangen ist. Gerade im professionellen Umfeld begegnet man diesen Aufforderungen, Newsletter zu abonnieren, E-Books herunterzuladen etc. immer wieder – egal ob man zu einem früheren Zeitpunkt das schon getan hat oder nicht. Die meisten dieser Blogs suche ich in der Zwischenzeit nur noch widerwillig auf, der Text muss dazu also schon wirklich so gut sein, dass ich den Ärger in Kauf nehme und das störende Fenster wegklicke.

Welche Tipps kannst du anderen Bloggern geben, die ihr Blog bekannter machen möchten?

Werbung ist Gott sei Dank nicht nur nervig, sondern auch Information. Information, dass es einen neuen Blogartikel gibt zum Beispiel. Und dann gilt es, die Leute zu finden, die diese Information haben wollen. Der Prozess ist in meinen Augen allerdings auch einem Wandel unterworfen. Gerade in den sozialen Netzwerken ist so viel Bewegung, dass man immer am Ball bleiben muss, um zu sehen, wer was wo lesen möchte. Gute (Blogger)Werbung ist also vor allem eines im Internet – immer in Bewegung🙂.

Rezension: Bastian Sick – „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ Band 6

Bastian Sick ist wohl mittlerweile jedem ein Begriff, der sich nur ein bisschen mit der deutschen Sprache auseinandersetzt. Bereits seit mehr als zehn Jahren unterhält er uns mit seinen Zwiebelfisch-Kolumnen zu Eigenarten und Merkwürdigkeiten unserer Rechtschreibung, Grammatik und Sprache allgemein. Band 6 ist allerdings laut KiWi-Verlag der letzte Band dieser Reihe. Wenn es sich der Verlag nicht anders überlegt, kann man mit gutem Gewissen behaupten, dass nun eine Ära zu Ende geht …

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod Band 6

Ich erinnere mich noch lebhaft daran, als ich seinerzeit den ersten Band in die Finger bekam. Bastian Sick ist es zu verdanken, dass mir damals das erste Mal auffiel, dass es ursprünglich im Deutschen eigentlich „Sinn ergeben“ und nicht „Sinn machen“ geheißen hat … Daher habe ich auch seither jedes neue Buch mit großem Interesse gelesen, es ist wirklich erstaunlich, welche Überraschungen und Tücken das Deutsche selbst für Muttersprachler birgt🙂. Aber gut, was erwartet uns nun im letzten Teil? Der Klappentext gibt Auskunft.

Der Klappentext

Das Letzte aus dem Irrgarten der deutschen Sprache
Zwölf Jahre ist es her, da begann ein Fischlein namens Zwiebelfisch seine abenteuerliche Reise durch den Irrgarten der deutschen Sprache. Viel hat es dabei erlebt und zahlreiche Freunde gewonnen. Die Kolumnen des Zwiebelfischs wurden unter dem Titel »Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod« zu einem der größten Bestseller des Jahrzehnts und der Zwiebelfisch unter seinem Klarnamen Bastian Sick zu einer bekannten Größe der deutschen Unterhaltungskunst. Seit 2004 sind fünf Bände erschienen, die sich millionenfach verkauften. Nun erscheint der sechste und letzte Teil. Darin stellt der Autor noch einmal einige besonders bemerkenswerte sprachliche Phänomene vor. Total verrückte Filmtitel, rätselhafte Abkürzungen, stillose Werbung und die Abschaffung der Schreibschrift sind nur ein paar seiner Themen. Außerdem enthalten: Sicks schmissige »Ode an den Konjunktiv« und seine Antwort auf die Frage einer Schülerin »Was ist Liebe?«

Meine Meinung zum Buch

Dieses Mal hat es Bastian Sick die Lyrik angetan, denn das Buch beginnt und endet mit einem Gedicht. Der Auftakt ist nichts anderes als eine Liebeserklärung an das Deutsche – und im Vergleich nehmen sich die Anglizismen darin wirklich armselig aus.

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Wie bereits in den früheren Bänden stellt auch der sechste Band ein buntes Potpourri an sprachlichen Fragen, Informationen und Spekulationen dar. Sogar der Klappentext bezieht sich sehr gelungen auf das, worum es in dem Buch geht (Siehe „Nach dem Letzten geht noch was!“).

Jedes Kapitel ist ähnlich aufgebaut: Sick erzählt, wie er zu der Fragestellung kam (Freunde, Briefe, etc.). Dann folgt, was er für die Antwort herausgefunden hat. Während Fragen zur Rechtschreibung sich meistens relativ eindeutig beantworten lassen (Wobei das Hin und Her zwischen alter und neuer Rechtschreibung unser Deutsch wohl noch länger beeinflussen wird), sieht das bei Fragen zur Sinnhaftigkeit schon anders aus. Politisch korrektes Deutsch oder Handelsdeutsch sind ganz eigene Welten, das beweisen die entsprechenden Kapitel, in denen Sick in diese Welt eintaucht🙂.

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Persönlich am spannendsten fand ich dieses Mal die Kapitel, die sich mit der starken und schwachen Beugung von Adjektiven beschäftigen – da hatte sogar ich einen Aha-Effekt😀. Unterhaltsam waren aber auch die Kapitel zum Thema „Haare“, zur Zeitmessung (Wie man die Zeit zählt, ist alles anderes als eindeutig – wie sagt ihr beispielsweise zu 08:15 Uhr?) und zu den Sprichwörtern und Phrasen, die wir aus der Bibel ins Deutsche übernommen haben.

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Überhaupt beschäftigt sich Sick in diesem Buch mehrmals mit Wörtern, die wir aus anderen „Quellen“ in unsere Sprache übernommen haben. Anglizismen und Gallizismen (Ja, es gibt auch einen Ausdruck für französische Wörter, die ins Deutsche eingewandert sind!) sind uns ja vertraut, aber wie viel aus dem Jiddischen schon vor langer Zeit Einzug gehalten hat, ist uns in den meisten Fällen gar nicht bewusst. Bastian lässt es sich hier nicht nehmen, eine Tabelle mit einer Liste am Ende anzuhängen, um zu zeigen, wie viele Begriffe es sind.

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Eines meiner liebsten Kapitel gegen Ende ist das, das sich mit dem kürzesten Wort in unserer Sprache beschäftigt: Das O ist nämlich nicht nur ein Buchstabe, sondern kommt auch in so schönen Formulierungen wie „O weh“ oder „O du Fröhliche“ vor. Bastian widmet dieser Bedeutung des Os ein ganzes Kapitel – und dieses O hat mit dem Oh nicht viel gemeinsam (außer vielleicht einen O-Effekt😀 ).

Mein Fazit

Wie man merkt, hat mich dieser letzte Band wieder einmal sehr begeistert. Nicht jedes Kapitel hat mich jetzt beim Lesen wirklich angesprochen, aber die Mischung macht es aus. Manches fand ich interessant, manches wusste ich nicht, manches dagegen schon – und manches überraschte mich auch. Unter anderem das Gefühl, eigentlich gar nicht zum Ende des 272 Seiten starken Buches kommen zu wollen … Denn dieser Band schließt etwas ab, was uns lange Zeit treu begleitet hat. Wer wird uns nun in Zukunft vor Augen führen, was Deutsch ausmacht und was für eine lebendige Sprache wir haben?